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An diesen Orten blitzt es am häufigsten auf der Welt

vor 4 Monaten

In Deutschland gibt es vor allem an heißen Sommertagen starke Gewitter – nicht so in anderen Ländern. An manchen Orten blitzt es sogar zehn Monate lang im Jahr. Forscher haben einen NASA-Satelliten ausgewertet, um die Blitz-Hotspots der Erde zu finden.

Die Meteorologin Rachel Albrecht von der Universität São Paulo und ihre Kollegen haben die Daten des NASA-Satelliten TRMM (ausgeschrieben „Tropical Rainfall Measuring Mission“) ausgewertet, der zwischen 1997 und 2015 die Blitze in den warmen Gebieten der Erde aufzeichnete. Bislang gingen Forscher davon aus, dass der Ort mit den meisten Blitzen in Afrika liegen müsste. In Wirklichkeit ist der „Blitz-Hotspot“ der Erde jedoch der Maracaibo-See im Nordwesten von Venezuela in einer Bergregion. Es ist ein Binnenmeer, welches im im Maracaibo-Becken liegt und im Norden an den Golf von Venezuela grenzt.

Hier kannst du dir die Aufnahmen der NASA ansehen. Die schwarzen Flecken sind die Orte mit den meisten Blitzen:

Blitz

Blitze des NASA-Satelliten
Es wurden die Blitze des 38. Breitengrades der Erde aufgezeichnet.
© via: www.nasa.gov

An diesen Orten blitzt es am häufigsten

Über dem Maracaibo-See blitzt es beinahe täglich – um genau zu sein, an 297 Tagen im Jahr. Pro Quadratkilometer sind es im Jahr mehr als 233 Blitze. Beides sind Durchschnittswerte der gesamten fünfzehn Jahre. Schuld daran ist die feuchtwarme Luft über dem Wasser, die sich schnell abkühlt, wenn sie in die Berge aufsteigt. Durch diese Luftmassen baut sich eine große Gewitterwolke – auch Kumulonimbus genannt – auf, die schließlich zu heftigen Gewittern führt.

An Berg- und Küstenregionen gibt es generell die meisten Blitze. Nach dem Maracaibo-See blitzt es am häufigsten in Kabare, einem Ort in der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika. Hier sind es 205 Blitze pro Quadratkilometer im Jahr. Kabare liegt ebenfalls an einem Gebirge. Genau wie am Maracaibo-See steigt hier feuchtwarme Luft aus dem Kongobecken in die Berge auf. Noch dazu kommt feuchtwarme tropische Luft aus den Regenwäldern, die Gewitter verursacht.

Auch in der pakistanischen Stadt Daggar Kalay geht es gefährlich zu. Hier sind es jährlich 143 Blitze pro Quadratkilometer, ungefähr die gleiche Anzahl wie im Himalaya. Das „Schlusslicht“ bilden die Everglades im Süden der USA mit 79 Blitzen, was aber ebenfalls eine große Menge ist.

Ranking der Kontinente

Die Forscher haben sich nicht nur auf Gebirge oder Städte fokussiert, sondern auch ganze Kontinente miteinander verglichen. Durch die Auswertung von 500 Orten konnten sie ein Ranking erstellen. Platz eins mit den meisten Blitzen belegt Afrika. Auf Platz zwei hat es Asien geschafft und auf Platz drei kommt Südamerika, dicht gefolgt von Nordamerika.

Wie sieht es in Deutschland aus?

2016 war die Stadt mit den häufigsten Blitzen in Deutschland Schweinfurt. Dort wurden 4,5 Einschläge pro Quadratkilometer gezählt. Im Gegensatz zu den oben genannten Orten können wir uns da nicht beschweren. Herausgefunden hat das der Blitz-Informationsdienst von Siemens, der jedes Jahr Statistiken dazu erstellt. Er hat über 155 Messstationen in Europa.

Da können wir nur froh sein, dass Europa bei den Orten mit den häufigsten Blitzen nicht dabei ist. Es hat sich bestimmt jeder von uns schon mal während eines Gewitters unter der Bettdecke verkrochen. Aber was hat es eigentlich mit den Blitzen auf sich und wie bekommen sie die typische Zickzack-Form? Im Video erklären wir es dir:

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