via Newscientist, Ken Findlay

Forscher beobachten rätselhaftes Verhalten bei Buckelwalen

vor 1 Monat

Buckelwale sind eigentlich Einzelgänger. Forscher haben nun jedoch beobachtet, wie verschiedene Buckelwale riesige Gruppen, mit bis zu 200 Artgenossen, gebildet haben. Das weicht von allem ab, was man bisher über diese Tiere zu wissen glaubte.

Der Megaptera novaeangliae verbringt einen Großteil seines Lebens alleine oder in Pärchen. Schwimmt er zusammen mit Artgenossen, so sind diese Grüppchen klein. Normalerweise. Forscher haben jedoch Ungewöhnliches beobachtet: Einige der Meeresriesen schwimmen plötzlich in riesigen Gruppen von bis zu 200 Tieren. Dieses Verhalten ist Forschern bisher unerklärlich und sieht so aus:

Buckelwale
Sie bilden plötzlich Gruppen von über 200 Tieren und verwundern damit selbst Experten.
© via Journals, Copyright: Jean Tresfon

Buckelwale unternehmen eine jährliche Wanderung. Den Sommer verbringen sie in der Antarktis. Dort stocken sie ihre Fettreserven auf. Geht der Sommer zu Ende, verlassen sie das polare Futtergebiet. Ihr Ziel sind nun subtropische und tropische Gewässer. Dort bringen sie Nachwuchs auf die Welt.

Diese Wanderung wird im Rahmen einer Studie oft von Forschern begleitet. Dabei wurde das ungewöhnliche Phänomen in den letzten Jahren ganze 22 Mal beobachtet. Die Buckelwale bildeten riesige Gruppen. In diesem Zusammenschluss schwammen sie mehr als einen Monat eng nebeneinander. Dabei legten sie eine Strecke von über 400 Kilometern zurück, die sie an der Westküste Südafrikas und Namibias vorbeiführte. Tausende Kilometer von ihrem gewöhnlichen Futtergebiet entfernt tun sie zusammen vor allem eins: weiterfressen.

Es ist also nicht nur die Größe der Mega-Gruppen ungewöhnlich. Auch das Fressverhalten gibt Rätsel auf. Denn zu dieser Jahreszeit haben die Wale sich bereits genug Speck angefuttert. Daher müssten sie nicht an die Küste Afrikas schwimmen, nur um  dort in großen Gruppen zu fressen. Normalerweise würden sie sich statt mit Nahrung nun damit beschäftigen, Nachwuchs zu zeugen.

Bisher gibt es nur wenige Erklärungsversuche für das rätselhafte Verhalten. Ken Findlay ist einer der Forscher, die das Phänomen entdeckt haben. Seine Theorie: Vielleicht haben sich die Wale ja schon immer so verhalten. Es gab einfach so wenige von ihnen, dass es niemandem auffiel. Doch ihre Bestände erholen sich. Womöglich ist das kürzlich entstandene Verhalten also gar nicht so ungewöhnlich, sondern eine Rückkehr zum natürlichem Verhalten.

Die Forscher wollen unbedingt genauer herausfinden, was mit den Mega-Gruppen der Buckelwale auf sich hat. Sie sind aber nicht die einzigen, die sich für die Tiere einsetzen. Hier seht ihr die heldenhafte Rettung eines Buckelwals aus einem Fischernetz – mit einem Taschenmesser:

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