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Forscher entwerfen 500-Milliarden-Dollar-Plan, um die Arktis wieder „einzufrieren“

vor 4 Monaten

Das Eis in der Arktis schmilzt rapide und das könnte katastrophale Auswirkungen auf unsere Erde haben. Wissenschaftler haben jetzt einen ziemlich bizarren Plan veröffentlicht, wie sie das verhindern wollen.

Erst vergangene Woche wurden am Nordpol zwei Grad Celsius gemessen – im Plusbereich. Das ist für diese Jahreszeit viel zu warm. Und damit war es dort sogar wärmer als in Berlin zur gleichen Zeit. Die Temperaturen liegen momentan 20 Grad über dem Durchschnittswert vom letzten Jahr. Das versetzt Wissenschaftler in Alarmbereitschaft.

Das Team um Forscher und Physiker Steven Desch von der Arizona State University plant – zumindest in der Theorie – um die zehn Millionen windbetriebene Pumpen aufzustellen. Ja, ihr habt richtig gelesen: zehn Millionen! Die sollen das eisige Wasser aus dem Arktischen Ozean hinaufpumpen und auf die bestehende Eisschicht sprühen. Dort soll es gefrieren und das vorhandene Eis stärken. Damit soll eine zusätzliche, einen Meter dicke, Eisschicht entstehen. Das würde die Region für die gefährlichen Sommermonate – in denen besonders viel Eis schmilzt – rüsten.

Denn je dicker das Eis, umso länger braucht es, bis es taut. Momentan ist die Hälfte der Meereseisdecke (das ist Eis, das sich im Winter zusätzlich auf dem Wasser bildet) durchschnittlich gerade mal 1,5 Meter dick – über das ganze Jahr gesehen. Da kann man sich vorstellen, wie viel ein zusätzlicher Meter bringt. Der würde die Zeit um 17 Jahre zurückdrehen. Das heißt, die Eisplatten dort sähen so aus wie noch vor 17 Jahren.

Wenn man diesen Plan also zu Beginn der 2030er umsetzen und in einem Jahr einen Meter zusätzliches Eis generieren würde, würde man die Situation dort oben auf den heutigen Stand zurücksetzen können. Quasi eine Zeitreise im (noch) ewigen Eis. Momentan geht man davon aus, dass es bis 2030 im Sommer kaum noch Eis in der Arktis geben wird.

Das hört sich eigentlich ganz nett an, aber wenn man die Zahlen dazu sieht, stellt man fest, wie verrückt dieser Plan ist: Der arktische Ozean umfasst etwa 14,09 Millionen Quadratkilometer. Wenn die windbetriebenen Pumpen auf etwa zehn Prozent dieses Areals verteilt werden sollten, bräuchte man zehn Millionen dieser Pumpen. Soll die komplette Arktis abgedeckt werden, braucht es 100 Millionen. Die Propellerblätter der Turbinen müssten einen Durchmesser von sechs Metern haben und auf einer Vier-Tonnen-Stahlkonstruktion stehen. Diese wiederum müsste auf eine schwimmenden Boje gebaut werden, die ungefähr gleich schwer ist. Und das alles pro Turbine.

Für zehn Millionen Pumpen bräuchte es jährlich etwa zehn Millionen Tonnen Stahl. Für 100 Millionen Pumpen folglich 100 Millionen Tonnen Stahl im Jahr. Zum Vorgleich: Die USA produzieren momentan jährlich 80 Millionen Tonnen Stahl. Weltweit sind es 1,6 Milliarden Tonnen. Das heißt, für dieses Unterfangen müssten sich mehrere Länder zusammenschließen. Von den Kosten einmal abgesehen. Die belaufen sich laut momentanen Rechnungen auf 500 Milliarden US-Dollar.

Da momentan aber nichts das Schmelzen des Eises aufzuhalten scheint, sollte dieser Plan in Betracht gezogen werden. Denn schon jetzt können wir sehen, wie Eisbären und andere Tiere ihren Lebensraum verlieren. Zusätzlich würde die Erde einen ihrer wichtigsten Mechanismen verlieren, die durch das Eis reflektierte Sonneneinstrahlung zurück ins All zu schicken, damit es bei uns nicht zu heiß wird.

Wir können die Auswirkungen schon jetzt an den extremen Wetterveränderungen erkennen: Hitze- und Trockenperioden, aber auch Schneefall entlang des Äquators, Überflutungen in Großbritannien und nun das warme Wetter am Nordpol.

Laut den Wissenschaftlern bringen die momentanen Bestrebungen der Regierungen gegen das Verschwinden der Arktis nichts, da sie sich schon jetzt doppelt so schnell erwärmt, wie noch vor einigen Jahren vorhergesagt wurde.

Ob dafür dieser bizarre Plan der richtige beziehungsweise ob er überhaupt umsetzbar wäre, ist eine andere Sache. Aber wir merken deutlich, dass wir dringend etwas tun sollten.

Das Wetter in Deutschland hat sich über die Jahrzehnte extrem gewandelt. Der Klimawandel macht sich wirklich bemerkbar: durch extrem heiße Sommer und bitterkalte Winter. Doch wie sieht es mit dem Rest der Welt aus?

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