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Forscher warnen: Europas Supervulkan Campi Flegrei erwacht aus seinem Schlaf

vor 3 Monaten

Campi Flegrei ist ein Gebiet in Süditalien, das unter der Erde vulkanisch sehr aktiv ist. Viele kennen es auch unter dem Namen Phlegräische Felder. Etwa zwanzig Kilometer entfernt liegt der Vesuv, einer der bekanntesten und gefährlichsten Vulkane der Welt. Nun haben Forscher festgestellt, dass dieses Gebiet zunehmend aktiver wird.

Rund eine halbe Million Menschen wohnen in der Region Kampanien. Das Gebiet ist von schlafenden Riesenvulkanen umgeben. Die Phlegräischen Felder dehnen sich über eine Fläche von mehr als 150 Quadratkilometer aus. Der Boden kann durch die vulkanische Aktivität sehr heiß werden, deshalb gibt es dort unzählige Thermalquellen. 2008 entdeckten Forscher, dass diese Felder und der Vesuv in zehn Kilometern Tiefe eine gemeinsame Magmakammer besitzen. Darunter versteht man einen Bereich unter der Erde, der mit flüssigem Magma gefüllt ist. Der letzte große Ausbruch fand im Jahr 1538 statt. Er dauerte acht Tage. Seitdem ist er ruhig geblieben – zumindest bis jetzt.

Giovanni Chiodini vom Vulkanologischen Nationalinstitut in Bologna und seine Kollegen haben einen vermehrten Ausstoß von Wasserdampf und steigende Temperaturen im Untergrund festgestellt und einen Artikel im Fachmagazin Nature Communications dazu veröffentlicht. „Es ist nicht sicher, ob diese Unruhe einen Ausbruch hervorbringen wird und wann es der Fall sein könnte.“, schreiben sie im Magazin. Derzeit kann die Gefahr schlecht eingeschätzt werden.

Die Mischung aus Magma (Gesteinsschmelze), Grundwasser und verschiedenen Gasen im Untergrund der Campi Flegrei erschwert die Forschungen. Dadurch können die Wissenschaftler beispielsweise den Druck des Magmas nicht genau bestimmen. Genau deshalb kreierten sie eine Modell-Simulation, die zeigen sollte, wie sich Magma kurz vor einem Vulkanausbruch verändert. Tatsächlich kann an Messungen ein Ausbruch sehr gut prognostiziert werden – und zwar an CO2- und Wasserstoff-Messungen.

 Kohlenstoffdioxid- und Wasserstoffmenge nimmt zu

Die Hauptbestandteile austretender vulkanischer Gase sind Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Leider nimmt der CO2-Wert in den Campi Flegrei immer mehr zu. Das haben die Forscher in einer Grafik dargestellt:

Anstieg deutet auf hohe Temperatur im Untergrund hin.

CO2-Ausstoß seit 1982
Anstieg deutet auf hohe Temperatur im Untergrund hin.
© via Giovanni Chiodini/Nature Communications

Auch die Wasserdampf-Menge steigt im Untergrund der Phlegräischen Felder an, was auf einen Ausbruch hindeuten könnte. Ein Vulkan, der sehr aktiv ist, erhöht seinen Wasserdampf-Gehalt im Magma, erklären die Forscher.

Tests weisen auf kritischen Druck im Supervulkan hin

Durch diese Messungen konnten die Wissenschaftler den Druck im Supervulkan bestimmten, der leider keine guten Neuigkeiten bringt. Rein theoretisch könnte der Supervulkan ausbrechen, sicher ist es aber nicht. Die Modell-Simulation zeigte den Forschern, dass die Campi Flegrei rund fünfzehn Jahre bräuchte, um so viel Druck aufzubauen, dass der Vulkan ausbrechen könnte. Vier Jahre müssten also noch vergehen. Festlegen will sich das Team um Chiodini aber nicht. Es könnte genauso gut sein, dass die Aktivität wieder ruhiger wird. Auf jeden Fall sind die Menschen dort vorgewarnt.

So ein Vulkan kann ein tolles Naturschauspiel sein, solange niemand zu Schaden kommt. Der Ijen-Vulkan in Indonesien spuckt blaue Lava. Was genau steckt hinter diesem einzigartigen Naturschauspiel und wie kommt es zustande? Im Video siehst du es selbst:

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