via Universität Innsbruck/Mark Aldenderfer

12.000 Jahre alte Fußabdrücke im Himalaya gefunden

vor 4 Monaten

Wissenschaftler der Universität Innsbruck haben bis zu 12.000 Jahre alte Hand- und Fußabdrücke im Himalaya-Gebirge gefunden. Das ist der bisher älteste archäologische Nachweis für eine dauerhafte Besiedelung dieser Region.

Der Himalaya ist das größte Gebirge der Erde. Im Süden und Westen grenzt er das Hochland von Tibet ein, welches etwa 5.500 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Aufgrund dieser Höhe ist es für Menschen eine extreme Herausforderung, dort dauerhaft zu leben. Es herrschen starke Winde und der Luftdruck ist sehr niedrig. Dadurch nimmt die Anzahl der roten Blutkörperchen im Körper ab, was die Sauerstoffzufuhr verringert und zu Atemnot führen kann. Diese Bedingungen lassen die Forscher davon ausgehen, dass dieses Gebiet die letzte Region war, die der Mensch auf der Erde besiedelt hat. Wann sich der Mensch jedoch zum ersten Mal im Hochland von Tibet angesiedelt hat, konnte schwer geschätzt werden – bis jetzt.

Die Hand- und Fußabdrücke wurden bereits 2002 entdeckt, jedoch falsch datiert. Damals wurden sie auf ein Alter von ca. 20.000 Jahren geschätzt. Wissenschaftler haben damals über das hohe Alter der Abdrücke spekuliert und hielten die Zahl für unwahrscheinlich, denn vor 20.000 Jahren erreichte die Kältezeit im Hochland von Tibet seinen Höhepunkt. Dort war es zu dieser Zeit extrem trocken und kalt. Eine Besiedelung konnten sich die Forscher deshalb nicht vorstellen.

Sie sind zwischen 8.000 und 12.000 Jahre alt.

Die im Travertin hinterlassenen Hand- und Fußabdrücke
Sie sind zwischen 8.000 und 12.000 Jahre alt.
© via Universität Innsbruck/Mark Aldenderfer

Michael Meyer von der Universität Innsbruck hat die Abrücke zusammen mit internationalen Kollegen nochmal genau unter die Lupe genommen. Durch aufwendige Analysen konnten sie ziemlich genau datiert werden. Das Ergebnis: Die gefundenen Abdrücke sind alle zwischen 8.000 und 12.000 Jahre alt. Diese Zeitspanne fällt in die Holozän-Epoche, die bis heute mit der Erwärmung der Erde anhält. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich durch das wärmere Klima die Pflanzen- und Tierwelt in der Region ausgebreitet hat. Dadurch fand die Menschheit dort neue Jagdareale.

„Man hat sehr selten solche Glücksfälle. Wir wussten, dass mit der Datierung der einst weichen Schicht des Travertins auch das Alter der Abdrücke, die mit dem Stein ausgehärtet sind, bestimmbar sind“, freut sich Michael Meyer. Da es im Hochland von Tibet viele unterirdische Hohlräume gibt, treten an diesen Stellen häufig heiße Quellen auf. Der Kalk dieser Heißwasserquellen – auch Travertin genannt – überzieht diese Stellen und härtet dann ab. Aus diesem Grund sind noch heute die Abdrücke der früheren Bewohner zu sehen.

Der Kalk dieser Quellen, auch Travertin genannt, überzieht den Boden.

Eine der heißen Quellen am Tibetischen Hochplateau
Der Kalk dieser Quellen, auch Travertin genannt, überzieht den Boden.
© via Universität Innsbruck/Jan-Hendrik May

Meyer verdeutlicht auch, dass dies vielleicht nicht der letzte Fund war. Wer weis, vielleicht erfahren wir bald noch mehr Geheimnisse über „das Dach der Welt“.

Auch bei uns gibt es spektakuläre Gebirge, auch wenn diese nicht ganz so groß sind. Das Matterhorn in der Schweiz ist einer der höchsten Berge der Alpen. Durch seine spezielle Form ist er auf jeden Fall der bekannteste Berg in diesem Gebirge. Im folgenden Video siehst du ihn in seiner vollen Pracht:

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