via Flickr/Véronique Mergaux/CC BY-SA 2.0

Haben die Menschen Teile der Sahara erschaffen?

vor 1 Woche

Wenn man so über die Sahara nachdenkt, liegt es nahe, zu glauben, sie sei schon immer so gewesen, wie sie jetzt ist. Eine neue Studie wirft aber eine interessante Theorie in den Raum. Demnach haben unsere Vorfahren entscheidend dazu beigetragen, dass die Sahara so ein großes, trockenes Fleckchen Erde wurde.

Zwar wäre es falsch, zu sagen, die Menschen hätten die Sahara „gebaut“. Aber eine neue Studie eines Wissenschaftlers der Seoul National University legt nahe, dass es die Sahara ohne den Menschen wohl gar nicht so geben würde.

Laut ihm war dort, wo die Sahara heute ist, für eine kurze Zeit vor etwa 10.000 Jahren noch ein saftiges und üppiges, grünes Stück Land mit ganz vielen Seen. Erst wir Menschen haben zur „Verwüstung“ des Landes beigetragen.

Sahara

So hat sich die Sahara verändert
Links: Ausbreitung zur Zeit der „African Humid Period“ (vor 16.000 bis 6.000 Jahren); Rechts: heute
© David K. Wright 2017

Es begann, als die afrikanischen Gemeinden in der Jungsteinzeit mit der Viehhaltung in der Nähe des Nils experimentierten (Agropastoralismus) – vor etwa 8.000 Jahren. Diese neue Form der Landwirtschaft breitete sich schnell nach Westen aus. Parallel entstanden mehr und mehr Gemeinden, die sich über den Kontinent verteilten und ihr Vieh mitbrachten. Die Vegetation musste für Weideland und Wohnungen weichen.

Das alleine war aber nicht der Grund. Weil es immer weniger Pflanzen wurden und sich eine Steppe ausbreitete, war der Boden schlecht vor den starken Sonnenstrahlen geschützt. Das wiederum führte dazu, dass der Anteil des von der Erde reflektierten Sonnenlichts anstieg (denn Steppe strahlt mehr zurück als Wald), was wiederum die atmosphärischen Bedingungen beeinflusste. In Folge dessen gab es weniger heftige Monsune und weniger Regenfall, was weiter zur Wüstenbildung und zum Rückgang der Vegetation in diesem Gebiet beitrug.

Dieser Teufelskreis ging immer weiter und verwandelte ein Areal fast so groß wie die USA in eine heiße, trockene Wüste. Die Sahara war „geboren“.

Diese Theorie widerlegt die bisherigen Annahmen, die Sahara sei entweder durch eine Änderung der Erdumlaufbahn oder durch natürliche Änderungen der Vegetation entstanden. Dass die Menschen der Jungsteinzeit für ganze Klimaveränderungen verantwortlich waren, ist nicht umstritten. Bisher ging man aber hauptsächlich von Europa, Nordamerika und Neuseeland aus.

Um die Theorie zu beweisen, sind weitere Untersuchungen und Bodenproben nötig – bisher wurden nur Aufzeichnungen ausgewertet. Denn wenn es dort mal eine Seenplatte gab, müsste es tief in der Erde Hinweise darauf geben. Und diese Überreste werden uns erzählen, was genau passiert ist.

Und jetzt spielt das Wetter dort wieder verrückt. Da hat es nämlich kürzlich geschneit – zum ersten Mal seit 37 Jahren. Hier kannst du dir die kuriosen Fotos ansehen.

Ihr denkt jetzt bestimmt, dass die Sahara ohnehin zu weit weg ist und euch nichts anhaben kann. Falsch. Immer mal wieder machen sich mehrere Tonnen Staub aus der Sahara auf den Weg zu uns und kommen dann als sogenannter „Blutregen“ herunter. Was hinter dem Phänomen steckt, erklären wir euch hier:

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