In der Antarktis gibt es qualmende "Schneekamine"
Photo: Nial Peters

In der Antarktis gibt es qualmende „Schneekamine“

vor 1 Woche

Normalerweise gibt es Kamine, damit wir uns an ihnen aufwärmen können. Dann ist alles warm und gemütlich. Eine ganz andere Art von Kaminen findet man in der freien Wildbahn der Antarktis. Die sind alles andere als warm und gemütlich.

Am Fuß des südlichsten aktiven Vulkans der Erde, „Erebus“ auf der Ross-Insel in der Antarktis, stehen Unmengen von „Schneekaminen“. Die wurden nicht von Menschen gebaut, sondern von Mutter Natur. Wir reden hier von massiven Eis-Verformungen, aus deren Schlund Qualm emporsteigt – wie bei einem echten Kamin.

© NGSS

Der Grund für die Entstehung solcher „Schneekamine“ sind sogenannte Fumarolen – kleine Öffnungen im Boden von Vulkangebieten, aus denen Wasserdampf und vulkanische Gase entweichen. Diese Gase setzen sich aus verschiedenen Stoffen zusammen. Die Hauptbestandteile fast aller vulkanischen Gase sind Wasserdampf, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff (der übrigens ganz schön stinkt).

Weil innerhalb des Vulkans so hohe Temperaturen und Druck herrschen, sind im Vulkangas-Gemisch die verschiedenen Stoffe wie Wasserdampf und Co. komplett aufgelöst. Sobald die Gase dann aber austreten und an die Oberfläche gelangen, ändern sie augenblicklich ihren Aggregatzustand von gasförmig zu fest. Dabei wird der flüssige Zustand übersprungen – diesen Vorgang nennt man „Resublimation„.

Das passiert wegen des plötzlichen Temperatur- und Druckabfalls. Denn die Temperaturen der Gase können unter der Erde zwischen 200 und 800 Grad Celsius liegen. Draußen sind es aber Minus 50 Grad. Deshalb spalten sich die gelösten Feststoffe der Gase aus der Dampflösung heraus und werden wieder fest. Und aus diesen wieder fest gewordenen Stoffen besteht der „Eis-Schacht“, den wir um das Loch im Boden herum sehen.

Die „Schneekamine“ brechen immer wieder zusammen, wenn sie zu hoch werden, und bauen sich dann neu auf.  In ihrem Inneren herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100 Prozent. Weil dort auf Grund von Dunkelheit keine Fotosynthese stattfinden kann, überleben in den Schneekaminen nur ganz bestimmte Bakterien (Grüne Nichtschwefelbakterien) und Pilze.

Übrigens: Diese beeindruckenden Schnee-Skulpturen gibt es auch in Alaska.

Im Vergleich zu manch anderen Ländern sind die Winter bei uns in Deutschland harmlos. Wie extrem das Schneechaos anderswo aussehen kann, zeigen wir euch hier:

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