via YouTube/Siberian Times

Tausende Methan-Blasen in Sibirien sind kurz davor, zu explodieren

vor 2 Monaten

Methan ist ein extrem umweltschädliches Gas, das – in großen Mengen freigesetzt – unser Klima noch viel extremer beeinflussen könnte, als es momentan Kohlenstoffdioxid tut. In Sibirien haben sich unter dem Boden tausende Methan-Blasen gebildet. Und die sind eine tickende Zeitbombe.

Vergangenes Jahr gingen Bilder und Videos von der sibirischen Insel Bely um die Welt, in denen der Boden scheinbar aus Gummi besteht. Als würde man auf einem Wasserbett laufen. So sah das aus:

Sieht witzig aus, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Denn das, was sich da unter der Erde verbirgt, ist Methan. Riesige Ansammlungen von Methan, die in Blasen die Hohlräume der Erde füllen. Das ist vor allem gefährlich, wenn das Methan an die Oberfläche gelangt.

Warum ist Methan so gefährlich?

Die Freisetzung von Methan stellt ein gravierendes Problem dar. Spricht man von Klimawandel und Erderwärmung, ist immer von Kohlenstoffdioxid die Rede. Das liegt vor allem daran, dass es derzeit (noch) viel mehr Kohlenstoffdioxid in unserer Atmosphäre gibt als Methan. Aber auch Methan könnte unser Klima extrem beeinflussen. Ein Methan-Molekül kann Hitze 25 Mal besser einschließen als Kohlenstoffdioxid. Dadurch steigen die Temperaturen sehr stark an.

Wird Methan in großen Mengen freigesetzt, könnte dies die Atmosphäre stärker beschädigen als das bei CO2 der Fall ist. In manchen Gebieten der Arktis, wie etwa im nordöstlichen Sibirien, besteht der Untergrund zu 70 Prozent aus Eis. Würden alle sibirischen Seen schmelzen, könnten alleine dadurch 50 Milliarden Tonnen Methan in unsere Atmosphäre gelangen. Das ist zehn Mal mehr Methan, als sich gerade in der Atmosphäre befindet.

Über 7.000 Methan-Blasen in Sibirien

Die Behörden sind vergangenes Jahr auf etwa 15 dieser Methan-Blasen auf der sibirischen Insel gestoßen. Jetzt wurden weitere Landteile untersucht und die Ergebnisse sind erschreckend: Laut der Siberian Times gibt es insgesamt über 7.000 Blasen. Wenn eine hoch geht, könnte das eine ganze Kettenreaktion auslösen. Denn durch das freigesetzte Gas kollabiert die Erde darüber, formt ganze Tunnel. So entstehen riesige Erdlöcher. Wie dieses hier:

Methan entsteht durch im Permafrostboden lebende Mikroorganismen. Wenn der Permafrostboden aber zu schmelzen beginnt – auf Grund steigender Temperaturen – werden Gase wie Methan und Kohlenstoffdioxid freigesetzt, die die Luftlöcher unter der Erde ausfüllen und sich als wackelige Blasen sammeln.

Wenn all die Blasen explodieren, wird eine unglaubliche Menge Methan freigesetzt, die unser Klima nachhaltig verändern könnte. Steigende Temperaturen, schmelzende Polkappen, eine Erhöhung des Meeresspiegels und und und. Auf der anderen Seite wird dadurch mehr Permafrost schmelzen, wieder Methan freisetzen und schon sind wir mitten im Teufelskreis.

Und das passiert nicht nur in Sibirien, sondern auch in Alaska und auf dem Meeresboden. Nicht gut, gar nicht gut.

Von den riesigen Erdlöchern in Russland hört man immer wieder. Wir wollten genau wissen, was da los ist und haben Harro Füllgrabe hingeschickt:

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