Credit: Alexandre Bonnefoy – Éditions Issekinicho

Verrückte Tierwelt: Was ist denn hier los?

vor 3 Monaten

Offenbar geht es in der Tierwelt manchmal verrückt zu. Ein japanischer Schneeaffe wurde dabei ertappt, als er den Rücken eines weiblichen Sikahirsches bestieg und sich mit dem Tier paaren wollte.

Die Schneeaffen – auch Japanmakaken genant –  bevölkern drei der vier japanischen Hauptinseln. Oft sieht man sie auf Touristen-Fotos, wenn sie in den unzähligen heißen Thermalquellen baden. Ihren Lebensraum teilen sie sich mit den Skiahirschen. Unter den zwei Arten geht es stets friedlich zu. Offenbar verstehen sie sich manchmal sogar zu gut.

Ein Makaken-Männchen wollte diesmal nicht nur mit einem Skiahirsch-Weibchen spielen, sondern hat es wohl ernst gemeint. Es gibt viele Videos, in denen die Schneeaffen mit ihren „Nachbarn“ scherzen oder auf ihrem Rücken reiten. Dieses Video hält jedoch den Moment fest, als ein Affe sehr deutliche Bewegungen auf dem Rücken des weiblichen Hirsches ausführt. Da scheint ein sexuelles Interesse vorhanden zu sein, schreiben die Wissenschaftler der Universität Strasbourg in ihrer Studie. Von ihnen stammen die Aufnahmen.

Ein Affe besteigt eine Hirschdame.

Ungewöhnlicher Geschlechtsakt
Ein Affe besteigt eine Hirschdame.
© Credit: Alexandre Bonnefoy – Éditions Issekinicho

Der männliche Makake machte innerhalb von zehn Sekunden rund fünfzehn solcher Bewegungen, dann stieg er wieder ab. Zwar war es kein richtiger Geschlechtsverkehr, den Schneeaffen scheint es jedoch zufrieden gestellt zu haben. Das Weibchen schien es nicht zu stören. Sie leckte danach sogar das Sperma – der Proteine wegen – am Rücken ab.

In der nächsten Stunde versuchte der Affe noch bei einer anderen Kuh sein Glück. Doch die schüttelte ihn vom Rücken, drohte ihm und suchte dann das Weite.

Die Forscher um Marie Pelé, Alexandre Bonnefoy, Masaki Shimada und Cédric Sueur haben bereits im November 2015 einen Paarungsversuch dieser zwei Arten gefilmt und wollen jetzt ein großes Projekt daraus machen. Trotzdem sind bisher solche Aufnahmen in der freien Natur extrem selten, so die Wissenschaftler. In der Regel kommt es zwischen verschiedenen Tierarten nur zum Geschlechtsverkehr, wenn diese nicht in feier Wildbahn leben und vom Besitzer gemeinsam gehalten werden.

Hier siehst du den ungewöhnlichen Geschlechtsakt:

Warum sucht sich der Schneeaffe kein Schneeaffen-Weibchen?

Japanmakaken leben in einer strengen Rangordnung, sowohl bei den Weibchen, als auch bei den Männchen. Die Forscher gehen davon aus, dass dieses Affen-Männchen in seiner Gruppe einen niedrigen Rang hatte. Ranghohe Tiere – die Alphamännchen – dürfen zuerst mit den Weibchen Sex haben. Der Schneeaffe durfte sich wohl zu lange keine Artgenossin schnappen und hat es deshalb mit einem Skiahirsch-Kuh versucht.

Vielleicht gelingt es dem Schneeaffen aber noch, einen höheren Rang zu ergattern. Um das zu erreichen, müsste entweder das vorherige Alphamännchen sterben, die Gruppe verlassen oder von einem anderen Affen verdrängt werden. Bei den Makaken ist es nämlich üblich, dass sie nicht immer in der gleichen Gruppe bleiben. Oft passiert es auch, dass aus einer großen Gruppe mehrere kleine werden.

Dann hoffen wir einfach für den armen Kerl, dass er sich das nächste Mal eine Affen-Dame schnappen darf. Vielleicht bekommt er ja auch Unterstützung von einem dominanten Weibchen. Sie können schwache Männchen für eine Führungsposition bestimmen.

Können Tiere eigentlich Gefühle wie zum Beispiel echte Liebe empfinden? Oder zeigen sie Mitgefühl? Mit unserem Galileo-Team wollten wir das herausfinden und sind bis nach Afrika gereist:

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