Männer produzieren nur noch halb so viele Spermien wie früher
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Männer produzieren nur noch halb so viele Spermien wie früher

vor 3 Wochen

Laut einer neuen Langzeitstudie der Hebrew University in Jerusalem ist die Spermienzahl bei Männern seit den siebziger Jahren um die Hälfte gesunken. Davon betroffen sind hauptsächlich Männer aus westlichen Ländern. Müssen wir uns Sorgen machen? 

Heute befinden sich im Sperma europäischer Männer rund 60 Prozent weniger Spermien wie noch vor 40 Jahren. Das berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Human Reproduction Update. Dieses Studienergebnis überrascht Gesundheitsbehörden und Forscher auf der ganzen Welt.

Gründe für den Rückgang

Über die Gründe für den Spermien-Rückgang sind sich die Forscher noch nicht einig. Mal ist die Rede von schädlichen Smartphone-Strahlungen, mal von zu fettiger Ernährung. Außerdem werden Männer immer älter, wenn sie eine Familie gründen – und mit dem Alter sinkt auch die Spermienqualität, genau wie bei Frauen mit dem Alter die Fruchtbarkeit sinkt.

Durchführung der Studie

Insgesamt wurden 185 Studien an knapp 43.000 Männern ausgewertet. Die Wissenschaftler der Hebrew University teilten die Studienteilnehmer in zwei Gruppen ein: Auf der einen Seite untersuchten sie Proben aus Ländern mit westlichem Lebensstil, also Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland, und auf der anderen Seite Länder der übrigen Welt, hauptsächlich Asien, Afrika und Südamerika. Aus der zweiten Gruppe kommen nur 28 Prozent der untersuchten Spermienproben.

Außerdem wurden die Männer nach dem Kriterium untersucht, ob sie bereits ein Kind gezeugt hatten – also definitiv fruchtbar waren – oder nicht. Es hat sich herausgestellt, dass die kinderlosen Männer in den letzten Jahren einen stärkerern Spermien-Rückgang hatten als Männer, die Kinder haben, also definitiv fruchtbar sind.

Experten sehen die Studienergebnisse jedoch kritisch. Denn man würde nur die Anzahl der Spermien heranziehen, nicht aber ihre Qualität und damit Zeugungsfähigkeit untersuchen. Aus dem Studienergebnis lässt sich deshalb nicht direkt ableiten, dass Männer wirklich unfruchtbarer geworden sind.

Anzahl liegt über dem WHO-Grenzwert

Hört man auf die Einschätzung von Forschern, ist der Spermienschwund zwar bedenklich, aber die Existenz der Menschheit dadurch noch nicht ernsthaft in Gefahr. Denn die Zahlen liegen immer noch über der Untergrenze der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Zeugungsfähigkeit.

Apropos Spermien: Was passiert eigentlich genau in unserem Körper, wenn eine Eizelle befruchtet wird? Wir zeigen euch, wie sich Spermien vorwärts bewegen und wie viele beim Geschlechtsakt auf der Strecke bleiben:

 

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