Demnächst werden Stammzell-Injektionen unsere Knochenbrüche heilen
via Wikimedia / Magnus Manske / CC-BY-2.0

Demnächst werden Stammzell-Injektionen unsere Knochenbrüche heilen

vor 3 Monaten

Forscher entdeckten eine neue Methode, um Knochenbrüche zu behandeln. Die zweistufige Therapie nutzt Stammzellen und Ultraschall, um selbst schlimmste Brüche innerhalb von sechs Wochen zu heilen.

Knochenbrüche sind nicht nur verdammt schmerzhaft, sondern auch eine extrem langwierige Angelegenheit. Im schlimmsten Fall muss man mehrere Operationen und Monate der Genesung durchstehen, bis man sich wieder frei bewegen kann.

Um den ganzen Prozess zu beschleunigen, suchten Forscher aus verschiedenen Universitäten und medizinischen Zentren in den USA und Israel nach einer Alternative zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden. Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie zeigt, dass sie Erfolg hatten.

Sie entwickelten eine zweistufige Therapie. Im ersten Schritt wird ein Kollagen-Schwamm in die Bruchstelle eingesetzt. Der wird mit Stammzellen befüllt, die Knochen bilden können.

Knochenbruch
In die Lücke zwischen den abgetrennten Knochenteilen werden Stammzellen und Mikrobläschen gefüllt.
© via Wikimedia / Magnus Manske / CC-BY-2.0

Der zweite Schritt findet zwei Wochen später statt. Nun wird das Protein BMP6 in die Bruchstelle gegeben. Dieses Eiweiß aktiviert die Stammzellen. Es ist wie ein Signal, das Zellen mitteilt, dass sie nun mit dem Knochenbau beginnen sollen. Das Bilden von Knochengewebe heißt in der Fachsprache übrigens „Osteogenese“ oder „Ossifikation“.

Gleichzeitig werden gasgefüllte Mikrobläschen eingepflanzt. Die „Microbubbles“ kann man sich wie Seifenblasen vorstellen – nur viel, viel kleiner. In der Regel sind sie maximal zehn Mikrometer, also 0,01 Millimeter groß. Sie bestehen aus einer hauchdünnen Membran, die mit einem Gas gefüllt ist. In der Medizin werden sie als Kontrastmittel eingesetzt, weil sie stark auf Ultraschall reagieren. Sie beginnen dann, sich zu bewegen, und bringen so auch umliegende Moleküle in Bewegung.

Auch in der entwickelten Methode zur Knochenheilung werden die Mikrobläschen mit Ultraschall in Schwingung versetzt. Durch diese Bewegung wird das BMP6 Protein verteilt und mit den Stammzellen vermischt. Das regt den Bau von Knochengewebe an.

In den Tests der Forscher verheilten alle Knochenverletzungen innerhalb von 6 Wochen. Und das selbst bei extremen Brüchen, die im Normalfall nie von selbst zusammengewachsen wären. Der einzige Haken: Beim Menschen sind die Tests noch nicht angelangt. Bisher wurde die Methode nur bei Schweinen getestet. Die Forscher sind sich aber sicher, dass ihre Studie den nötigen Beweis dafür liefert, dass die Therapie für alle größeren Lebewesen anwendbar ist.

Besonders schlimm sind Brüche in unseren Beinen und Füßen. Denn die tragen uns rund 130.000 Kilometer durch’s Leben. Meistens führen sie ein Schattendasein, gut verborgen in Socken und Schuhen. Es wird Zeit, ihnen etwas Respekt zu zollen. Deshalb erfahrt ihr im Body Puzzle jetzt alles, was ihr über eure Füße wissen müsst:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen: