Pfandring by Paul Ketz / Fotos: Matthias Ketz
Life,

Endlich Pfand sammeln mit Würde?

vor 1 Jahr

Meist werden sie kritisch beäugt oder auch dumm angemacht. Aber für viele arme Menschen ist das Sammeln von Pfandflaschen eine wichtige Einkommensquelle geworden. Jetzt sollen sogenannte Pfandringe dem Wühlen im stinkigen Müll ein Ende setzen.

In 12 deutschen Städten gibt es sie bereits – in Düsseldorf werden sie gerade erprobt. Die Rede ist von sogenannten Pfandringen, also einem Zusatz für öffentliche Mülleimer zum Abstellen von Leergut. Die Pfandsammler müssen so nicht mehr unwürdig in die Mülleimer greifen – das Wühlen in Speiseresten, Scherben, Spritzen oder Hundekot-Tüten bleibt erspart.

Zudem bleiben die Flaschen und Dosen so im Recyclingkreislauf und werden nicht mehr verbrannt. Der Pfandring generiert den Befürwortern nach zudem ein stärkeres Bewusstsein für die Thematik.

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Es gibt aber auch Bedenken am Sammelsystem: Die Dortmunder Abfallbetriebe lehnten beispielsweise den Pfandring als mögliche Gefahrenquelle ab. Sie befürchten, dass die Flaschen leicht als Waffen verwendet werden könnten. Andere Kritiker geben zu Bedenken, dass die leeren Flaschen dann so schön griffbereit dort stehen, dass auch Nichtbedürftige gerne zugreifen. Somit würden sie den wirklich Bedürftigen schnell Konkurrenz machen.

Bereits vor einigen Jahren hat ein ähnliches System – die Pfandkiste – ein paar deutsche Städte erobert. Wir haben das Projekt mit der Kamera begleitet:

Einige Menschen haben das Pfandsammeln übrigens soweit professionalisiert, dass sie gut davon leben können. In einem Selbstexperiment zeigt unser Reporter, wie schnell man durch Flaschenpfand 100,-€ und mehr verdient:

 

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