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Gestern wurde gezeigt, wie wir künftig Facebook mit unserem Gehirn steuern sollen

vor 1 Monat

Eine Facebook-Managerin stellte gestern ein bahnbrechendes Vorhaben vor: Bald sollen die Nutzer Nachrichten durch ihre Gedankenkraft verschicken. Durch eine aktuelle Forschung der Stanford-Universität könnte das schneller als gedacht möglich sein.

Damit steigt Facebook in das Rennen um die maschinelle Verbesserung des Menschen ein. Erst vor kurzem kündigte der Tesla-Gründer Elon Musk nämlich einen sehr ähnlichen Plan an. Im Gegensatz zu ihm zeigt Facebook aber schon sehr konkret, wie die Verschmelzung von Mensch und Computer aussehen soll. Die Managerin Regina Dugan stellte das gestern auf der Facebook Developers Conference vor:

Das zeigt, wie weit der technologische Stand bereits ist: In einem Test der Stanford-Universität konnte eine gelähmte Frau acht Wörter pro Minute bilden. Und zwar durch Elektroden, die etwa so groß wie eine Bohne sind. Sie wurden ins Gehirn der Frau gepflanzt und mit den Nerven verbunden. So wurden ihre Gedanken in einen Computer geleitet, der sie dann als Schrift anzeigte.

Facebook verfolgt mit diesen Entwicklungen konkrete Pläne: Die Nutzer sollen sich bald durch Gedanken verständigen, ohne das Smartphone überhaupt in der Hand zu halten.

Das soll vor allem schnell sein. Das Ziel für private Nachrichten sind hundert Wörter pro Minute. Dann würde man fünfmal schneller „schreiben“ als mit der Hand. Auch Anrufe könnten durch Gedankensignale getätigt werden.

Ein weiterer Vorteil der Zukunftsvision ist, dass Sprachprobleme damit der Vergangenheit angehören. Der Computer würde den bloßen Gedanken an ein Objekt sofort in der Sprache des Empfängers ausdrücken.

Momentan arbeiten in der Facebook-Abteilung „Building 8“ rund sechzig Forscher daran, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dazu kooperieren sie mit verschiedenen Universitäten, Medizinern und Experten für Mensch-Maschinen-Interaktion. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung der Elektroden. Die sollen in Zukunft nicht mehr im Gehirn angebracht werden, sondern an der Kopfhaut.

Ein weiteres Ziel: Nutzer sollen Geschriebenes und Gesagtes „fühlen“ können. Das übernimmt normalerweise das Ohr, indem es Schallwellen aufnimmt und an das Gehirn weiterleitet. Doch das will Facebook überspringen. Stattdessen sollen bestimmte Berührungen auf der Haut vermitteln, was gesagt oder geschrieben wurde. Das übernimmt ein Datenhandschuh, der in Form von Berührung Information weitergibt. Facebook hat bereits getestet, ob das funktioniert. Und das Experiment lief so gut, dass Regina Dugan es gestern ebenfalls vorstellte. Das sieht man ab 16:47 in diesem Video:

Man wird also nicht nur durch die eigenen Gedanken Nachrichten in fremden Sprachen verschicken können, sondern eingehende Nachrichten auf der Haut fühlen können. Doch bis dahin dauert es wohl noch etwas.

Es ist erstaunlich, wie fortgeschritten die heutige Technik ist. Auch im Gebiet des Klonens tut sich einiges. Angefangen hat es vor zwanzig Jahren, als mit dem Schaf Dolly das erste Lebewesen geklont wurde. Galileo Reporter Jan Stremmel hat die Fortschritte der letzten Jahre genauer unter die Lupe genommen:

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