Reisen mit Schallgeschwindigkeit: Bau der ersten Teststrecke beginnt

Reisen mit Schallgeschwindigkeit: Bau der ersten Teststrecke beginnt

vor 2 Jahren

Wer viel reist und dabei längere Strecken zurücklegt, kennt das Problem: Welches Transportmittel wählt man am besten? Fliegen ist aufwendig, die Bahn teuer und mit dem Auto dauert es einfach ewig. Der Hyperloop könnte die Lösung sein. Angeblich fährt das Hochgeschwindigkeitstransportsystem bis zu 1.200km/h schnell und soll so unkompliziert wie der öffentliche Nahverkehr funktionieren. In den USA wird ab kommenden Monat die erste Teststrecke für den Superzug gebaut.

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Wer zum Beispiel von Frankfurt nach Rom reisen möchte, braucht für die 1.240 km lange Strecke mit dem Flugzeug zwei Stunden, mit dem Auto etwa zwölf Stunden und mit der Bahn wäre man sogar über 17 Stunden unterwegs. Doch wie genial wäre es, schon nach einer Stunde und ohne großen (Kosten-)Aufwand an der Tiber anstatt am Main zu sitzen? Der US-amerikanische Erfinder Elon Musk möchte mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX derartige Zukunftsvisionen durch das Hyperloop-Konzept Realität werden lassen.

Konzeptzeichnung der Transportkapseln. Via SpaceX

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Konzeptzeichnung der Transportkapseln. Via SpaceX

Beim neuartigen Beförderungsmittel werden Personen oder Güter in elektrisch angetriebene Kapseln transportiert. Diese bewegen sich auf Luftkissen in überirdischen Fahrröhren, die auf Stahlbetonstützen liegen. Die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 km/h können erreicht werden, da in den Röhren ein Unterdruck herrscht. Dafür wird ein Teilvakuum durch das Absaugen der Luft erzeugt und die Transportkapseln gleiten somit fast widerstandslos durch das Röhrensysten.

Abbildung des Röhrensystems von Hyperloop. Via SpaceX

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Abbildung des Röhrensystems von Hyperloop. Via SpaceX

Die elektrische Energie wird über Solarzellen und regeneratives Bremsen (Wiederverwendung der beim Bremsvorgang gewonnenen Energie) erzeugt. Dadurch ist der Superzug auch noch extrem umweltfreundlich. Laut den Entwicklern könne bei den Fahrten sogar mehr Energie erzeugt werden, als überhaupt benötigt wird. Dieser zusätzliche Strom könnte wiederum verkauft werden, was sich positiv auf Ticketpreise auswirken würde.

Im November sollen die Bauarbeiten für die erste Teststrecke im kalifornischen Kings County beginnen. Der Bau für das acht Kilometer lange Pilotsystem wird etwa 32 Monate in Anspruch nehmen. Im Rahmen der Testläufe sollen anschließend rund zehn Millionen Passagiere transportiert werden.

Sollte die Testphase erfolgreich sein, wollen die Entwickler den nächsten Schritt in Angriff nehmen und die erste Langstrecke zwischen San Francisco und Los Angeles errichten. Wann der Hyperloop neben Auto, Zug, Schiff und Flugzeug als fünftes Transportmittel wirklich etabliert werden kann, lässt sich momentan noch nicht abschätzen. Hyperloops Chief Operating Officer Bibop Gabriele Gresta ist sich jedoch jetzt schon sicher: „Es wird die Menschheit verändern.“

Bis der Hyperloop kommt ist und bleibt vorerst das Flugzeug unser schnellstes Transportmittel. Im Video erfahrt ihr mehr über die sieben größten Flugzeugmythen:

 

 

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