via Wikicommons / Cockayne, Oswald

Dieses mittelalterliche Buch soll das Rezept für neuartiges Antibiotikum enthalten

vor 3 Tagen

Eigentlich wurde das heutige Antibiotikum „offiziell“ 1928 vom schottischen Mikrobiologen Alexander Fleming entdeckt. Forscher haben jetzt jedoch herausgefunden, dass es bereits bei den Menschen im Mittelalter Antibiotika-ähnliche Medikamente gab. Und das Beste: Diese Rezepturen sollen jetzt als Vorbild für neuartige Antibiotika dienen.

Doch wie genau funktioniert ein Antibiotikum überhaupt? Ein Antibiotikum hemmt das Wachstum anderer Mikroorganismen oder tötet diese sogar ab. Heute werden diese Stoffe oft synthetisch gewonnen. Ursprünglich waren es aber Stoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien, die meist erst durch eine bestimmte Mischung verschiedener, anti-mikrobieller Substanzen ihre Wirkung entfalteten.

Und genau wegen dieser Substanzen beschäftigt sich das Team rund um die Forscherin Erin Connelly in einer Studie mit dem medizinischen Text „Lilium medicinae“. Es ist das Werk des mittelalterlichen Arztes Bernard von Gordon, in dem insgesamt 360 medizinische Rezepte und tausend gelistete Zutaten stehen. Unter diesen Zutaten befinden sich viele natürliche Substanzen, die bereits für sich eine antibakterielle Wirkung besitzen. Das Team will nun herausfinden, welche der gelisteten Rezepte tatsächlich eine antibiotische Wirkung haben und auf welche Kombination einzelner Bestandteile diese Wirkung zurückzuführen ist. Kurz gesagt: Ob die Mediziner des Mittelalters durch dieses Mischung bereits Antibiotika hergestellt haben.

Eine frühere Studie aus dem Jahr 2015 konnte in dieser Hinsicht bereits erste Erfolge feiern. In dieser Studie hat das Forscherteam rund um Dr. Freya Harrison ein 1.000 Jahre altes Rezept  aus dem „Bald’s Leechbook“ hergestellt . Dabei handelte es sich um ein mittelalterliches Rezept zur Behandlung von Gerstenkörnern am Auge. Die Wissenschaftler testeten seine Wirkung auf eine Bakteriensorte, die bereits gegen viele auf dem Markt erhältliche Antibiotika resistent ist. Und siehe da:  Das aus Wein, Knoblauch, Zwiebeln und Ochsengalle gemischte, Anibiotika-ähnliche Substrat tötete die Bakterien. Und das könnte jetzt wieder gelingen.

Aber warum ist es überhaupt so wichtig, neue Formen von Antibiotikum zu entwickeln? Grund dafür ist die Evolution Antiobiotika-resistenter Mikroben. Diese macht es notwendig, immer wieder neue Arten von Antibiotika zu entwickeln, um diese Mikroben weiterhin bekämpfen zu können. Jährlich sterben etwa 700.000 Menschen weltweit an bakteriellen Krankheiten mit Erregern, die mittlerweile resistent gegen Antibiotikum sind. Doch die Entdeckungen aus den Medizinbüchern des Mittelalters geben neue Hoffnung.

Da waren die damaligen, „mittelalterlichen Zustände“ ja doch gar nicht so mittelalterlich, wie man denken würde.

Und so wurde das erste, „richtige“ Antibiotikum unserer Zeit entwickelt:

 

 

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