So will die NASA aus der Sonne ein Mega-Teleskop machen
via flickr / Hubble ESA / CC BY 2.0

So will die NASA nach einer Idee von Albert Einstein aus der Sonne ein Mega-Teleskop machen

vor 5 Monaten

Die NASA hat mal wieder große Pläne. Sie will ein riesiges Teleskop bauen, mit dem man ferne Planeten tausendmal besser sehen kann als bisher. Das soll die Sonne möglich machen – eine Idee, die auf Einstein zurückgeht.

Die Astronomen der US-Raumfahrtbehörde hören nie damit auf, nach den Sternen zu greifen. Um die Geheimnisse des Weltalls zu lüften, lassen sie sich immer wieder spektakuläre Ideen einfallen. Ihre neuste: ein Mega-Teleskop, mit dem man tausendmal weiter sehen kann als jemals zuvor.

Dabei soll die Sonne als Vergrößerungslinse genutzt werden. Zum Vergleich: Momentan kommen von einem Planeten, der hundert Lichtjahre entfernt ist, nur ein oder zwei Pixel bei den Astronomen an. Mit dem Mega-Teleskop sollen es 1.000 auf 1.000 Pixel sein. Das entspricht einem Bild in dieser Qualität:

Die Erde
Durch das Mega-Teleskop könnte man demnächst auch weit entfernte Planeten in dieser Qualität sehen.
© via pixabay / CC0 Public Domain

Damit will die NASA weiter als bisher möglich in die Tiefen des Alls vordringen. Diesen Plan haben die Astronomen in einem Planetary Science Vision 2050 Workshop bekanntgegeben. Das Teleskop soll innerhalb der nächsten 35 Jahre gebaut werden. Es wird also noch ein ganzes Stück dauern, bis sie das in die Tat umgesetzt haben.

Inspirieren ließen sich die NASA-Wissenschaftler von einer Idee Einsteins aus dem Jahre 1936. Er erklärte bereits damals, dass sich Licht nicht immer geradlinig ausbreitet. Das liegt an der Raumzeit. Die wird durch Objekte mit sehr großer Masse gestaucht oder gestreckt. Daher wird auch das Licht in diesem Bereich verzerrt.

Die Sonne ist der einzige Stern in unserem Sonnensystem, der so etwas auslösen kann. Sie hat so viel Masse, dass sie wie eine Linse die Richtung der Lichtstrahlen ändert. Daher wird dieser Effekt in der Wissenschaft „Gravitationslinse“ genannt.

Auch das Licht eines fernen Planeten wird auf dem Weg zur Erde durch die Anziehungskraft der Sonne abgelenkt. Die Lichtstrahlen biegen sich um den Stern. Deshalb sind auf der Erde sogar einige Planeten zu sehen, die hinter der Sonne liegen. Das Ganze könnt ihr euch so vorstellen:

Die Sonne als Gravitatioinslinse
So lenkt die Anziehungskraft der Sonne Lichtstrahlen um.
© via Wikimedia / Horst Frank / CC BY-SA 3.0

Wird das NASA-Teleskop an der richtigen Stelle positioniert, nimmt es die gestreckten Lichtstrahlen auf. Das ankommende Bild der fernen Planeten wäre also vergrößert. Und die Sonne damit ein riesiges Vergrößerungsglas. Falsch positioniert würde das Teleskop gestauchte Strahlen aufnehmen – das ankommende Bild wäre dann zu klein.

Daraus ergibt sich ein Problem: Das Teleskop funktioniert nur, wenn es im Brennpunkt unseres Sonnensystems aufgestellt wird (siehe Bild oben). Und der ist 550-mal weiter von der Sonne entfernt wie es die Erde ist. Wie die Astronomen das Teleskop so weit entfernt positionieren könnten, ist bisher noch nicht bekannt.

Bis es soweit ist, könnt ihr euch dieses beeindruckende Video der NASA ansehen. Fünf Jahre lang schickte ein Satellit alle acht Stunden ein Bild der Sonne. Und aus diesen Aufnahmen hat die US-Raumfahrtbehörde ein Timelapse-Video erstellt.

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