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So würde sich die Menschheit im Angesicht des Weltuntergangs verhalten

vor 3 Monaten

Wie würde sich die Menschheit verhalten, wenn sie wüsste, dass in elf Wochen die Welt untergehn würde? Würde sie in Panik geraten? Würde Chaos ausbrechen? Würden wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen? Nach einem interessanten Experiment, das in einem Videospiel durchgeführt wurde, glauben Forscher, dass es ganz anders kommen würde.

Jedes Jahr wieder werden wir von selbsternannte Experten vor dem bevorstehenden Weltuntergang gewarnt. Eingetreten ist zum Glück noch keines der zahlreichen Horrorszenarien. Ein Forscherteam, bestehend aus US-amerikanischen und koreanischen Wissenschaftlern, beschäftigte jedoch die Frage: Wie würde die Menschheit reagieren, wenn der Weltuntergang tatsächlich bevorstünde?

Herausfinden wollten sie das mithilfe eines asiatischen Online-Rollenspiels. Für den Versuch spielten Millionen Nutzer das Rollenspiel „ArcheAge“. In diesem Titel können sich Spieler bekämpfen und töten, aber auch gemeinsam Partys feiern und andere soziale Aktivitäten ausüben. Es geht darum (wie in diesem Genre üblich), den eigenen Charakter aufzuleveln und stärker zu machen.

Im Rahmen des Experimentes erklärten die Wissenschaftler den Spielern, dass nach elf Wochen alle Fortschritte gelöscht werden würden. Damit setzte das Forscherteam den virtuellen Weltuntergang mit dem Ende der Welt gleich.

In diesem Szenario wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie die Spieler die Zeit verbringen, wenn sie wissen, dass in wenigen Tagen alles vorbei ist. Nach dem Experiment wurden 270 Millionen anonymisierte Datensätze ausgewertet. Und das Ergebnis ist auf jeden Fall interessant – wenn auch nicht repräsentativ, da man einen virtuellen „Weltuntergang“ natürlich nicht mit einem echten vergleichen kann.

Das Ergebnis: Das antisoziale Verhalten der Spieler nahm – entgegen der Annahme – nicht zu. „Sie haben mehr miteinander gesprochen und mehr zusammen unternommen“, erklärte Jeremy Blackburn, einer der Forscher, im Fachmagazin „New Scientist“. Bestehende Gruppen wurden sogar gestärkt und es wurden auch neue Beziehungen aufgebaut.

Die Spieler machten sich in diesem Szenario jedoch weniger Gedanken über die Zukunft und kommunizierten weniger miteinander, ne näher das Ende heranrückte. Dimitri Williams, ein Wissenschaftlers von der University of Southern California, begründete das sehr schön mit einem Bezug zu Martin Luthers Spruch: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“. Er erklärte: „Es ist ein großer Unterschied, ob du einen Apfelbaum pflanzt, wenn du stirbst, aber weißt, dass deine Kinder noch Freude daran haben. Oder wenn du einen Apfelbaum pflanzt, obwohl du ganz genau weißt, dass er niemandem mehr nutzen wird“

Das Fazit der Forscher: Ein bevorstehendes Armageddon würde zur Stärkung existierender und zum Aufbau neuer sozialer Beziehungen führen. Im Angesicht des Weltuntergangs sind das doch ganz nette Aussichten, oder?

Wer nun noch wissen möchte, wie gut Deutschland auf Katastrophen und einen möglichen Weltuntergang vorbereitet ist, der sollte sich diesen Beitrag hier ansehen:

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