Wer Stimmen im Kopf hört, hat besondere Fähigkeiten
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Wer Stimmen im Kopf hört, hat besondere Fähigkeiten

vor 2 Wochen

Habt ihr schon mal eine Stimme gehört, die gar nicht wirklich da war? Zehn Prozent der Menschen haben dieses Phänomen irgendwann schon mal erlebt. Häufig ist das unproblematisch, aber manche Menschen leiden extrem darunter. Wenn man Stimmen hört, die nicht da sind, dann kann das auf eine schwerwiegende Erkrankung der Psyche hinweisen und sollte auf jeden Fall fachärztlich abgeklärt werden. Stimmenhören kann jedoch auch ein Hinweis auf besondere Fähigkeiten sein.

Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachmagazin Brain veröffentlicht wurde. Demnach weisen Menschen, die Stimmen im Kopf hören, eine bessere Fähigkeit auf, unklare Sprache zu erkennen und zu verstehen. Ars Technica berichtet, dass diese Menschen wesentlich besser darin sind, verzerrte gesprochene Worte wahrzunehmen.

Ben Alderson-Day von der Durham University in Australien und sein Team haben für diese Studie zwölf „Stimmenhörer“ und 17 Menschen ohne verbale Halluzinationen an einen funktionalen Magnetresonanztomografen (fMRT) angeschlossen, um ihre Aktivitäten im Gehirn zu analysieren.

Den Probanden wurden Aufnahmen von Sinuswellen-Sprache vorgespielt. Hierbei handelt es sich um Sprachaufnahmen, die um wichtige Komponenten reduziert wurden. Das Ganze klingt wie aneinandergereihtes Klicken und Pfeifen. Hier könnt ihr euch einige Beispiele anhören. Zusätzlich wurden den Teilnehmern auch andere Störgeräusche ohne Inhalt vorgespielt.

Das Ergebnis: Bei Menschen, die an verbalen Halluzinationen leiden, wurden während des Tests verstärkte Hirnaktivitäten gemessen. Sie konnten verzerrte Worte besser von den unverständlichen Geräuschen unterscheiden. Der Grund: Sie haben anscheinend im Laufe der Zeit einfach gelernt, verzerrte Stimmen besser als solche zu verstehen.

Denn auch die andere Gruppe, also die der Nicht-Stimmenhörer, wurde mit etwas Übung besser im Erkennen der verzerrten Worte.

Und ja, die Studie ist mit zwölf Stimmenhörern und 17 Kontrollteilnehmern nicht wirklich repräsentativ, aber Forschungen auf diesem Gebiet sind ziemlich heikel, da viele Menschen nicht gerne zugeben, dass sie Stimmen hören. Darum ist es schwer, geeignete Probanden zu finden. Und trotzdem handelt es sich hier um die bisher größte Studie, die zusammen mit nicht-klinischen Stimmenhörern durchgeführt wurde. Und das ist ein wichtiger Schritt, um mehr über dieses Phänomen zu erfahren, denn die Ursachen dafür sind bisher noch nicht gänzlich geklärt.

Auch eine enorme Belastung für Betroffene: Tics. Wir haben einen Betroffenen begleitet, der seinen Alltag mit den unwillkürlichen, nervösen Muskelzuckungen bestreitet.

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