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Atlantis - Theorie - Lage

Atlantis: Diese Mythen ranken sich um das verschollene Inselreich

Das sagenumwobene Reich Atlantis war laut dem griechischen Philosophen Platon ein Paradies auf Erden. Wir erklären dir, warum Forschende die Insel entweder für einen Mythos halten oder ihre Überreste überall auf der ganzen Welt suchen. Im Clip: Die Stadt Rungholt - das Atlantis der Nordsee.
Atlantis: Diese Mythen ranken sich um das verschollene Inselreich
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Das Wichtigste zum Thema Atlantis

  • Vor gut 2.500 Jahren setzte der Philosoph Platon die Geschichte von Atlantis in die Welt. Der Grieche erzählte von einem schönen und reichen Inselstaat, der 9.600 Jahre vor seiner eigenen Zeit im Meer versunken sei.

  • Schuld daran seien ein Erdbeben und eine Flut gewesen. Sie waren die Strafe der Götter, weil die Bewohner:innen nur nach Macht und Reichtum gestrebt und ein ausschweifendes und lasterhaftes Leben geführt haben sollen.

  • Schon in der Antike stritten sich Gelehrte darum, ob es diese Insel mit Burgen aus Silber und Gold wirklich gab. Die meisten behaupteten, Platon habe sie als Gleichnis erfunden, um den Athener:innen klarzumachen, was passiert, wenn sie zu vermessen sind.

  • Im Mittelalter geriet die Geschichte in Vergessenheit und blühte während der Renaissance neu auf. Seit dem suchen Forschende, Hobbyarchäolog:innen und Abenteurer:innen weltweit nach den Resten von Atlantis.

  • Willst du wissen, warum Theorien Atlantis auf Santorin, den Kanaren oder in Tibet vermuten, und wo die Insel noch überall gelegen haben soll? Lies weiter. Außerdem erfährst du, wie luxuriös Platon das Leben dort beschrieben hat und was für und gegen ein reales Atlantis spricht.

Atlantis: Das Paradies auf Erden

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    Flora: Atlantis soll nur so vor Blumen, Früchten, Gemüse, Getreide und Wäldern gestrotzt haben. Alles duftete fantastisch. Die Böden waren fruchtbar und während es nach oben nur so wucherte, schlummerten unter der Erde reichlich Bodenschätze.

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    Fauna: Diese Fülle an Nahrung machte laut Legende alle Tiere satt, die "wilden und die zahmen". Und um die Wucht des Angebots zu beschreiben, nannte Platon extra Elefanten. Denn dies waren die größten bekanntesten Tiere im alten Griechenland – mit dem größten Hunger.

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    Reichtümer: Häuser und Paläste sollen aus Silber und Gold bestanden haben. Die Innenräume zierten in den Geschichten kostbares Elfenbein und Edelsteine. Kunsthandwerk war überall zu finden, und Mittelpunkt der Insel soll die prunkvolle Königsstadt Basileia gewesen sein.

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    Poseidonkult: Ein Poseidon-Tempel bildete laut Platon den Mittelpunkt der Hauptstadt. Auf einem Berg erhob sich dort der Königspalast mit einer Art Akropolis. Ähnlich wie in Olympia soll es Stadien und Pferderennbahnen für Wettkämpfe gegeben haben. Poseidon habe die Insel seinem Sohn Atlas geschenkt. Der und seine Nachkommen beherrschten sie.

  • Moderne Bewässerung: Die Hauptstadt war von drei ringförmigen Wassergräben umgeben. Kanäle verbanden diese wiederum. Prachtvolle Brücken überspannten sie. Die Felder bewässerten Drainagen. Heiße Quellen sorgten dafür, dass die Menschen neben dem kalten Wasser sogar einen Warmwasser-Anschluss besaßen.

Atlantis: Mythos und Realität

"Während eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht" soll Atlantis laut Platon im Meer versunken sein. Generationen spannen die Legende weiter. Jule Vernes Kapitän Nemo fährt "20.000 Meilen unter dem Meer" durch das sagenhafte Reich. Sogar die Nazis schickten 1938 eine Expedition nach Tibet. Da die Bewohner:innen von Atlantis als hellhäutig, groß, blauäugig mit hellen Haaren beschrieben wurden, vermuteten sie darin Vorfahren der Arier.

Meist wird von einer versunkenen Insel gesprochen. Andere deklarierten Atlantis zum Kontinent. Denn für Platon war es so groß wie Nordafrika und Vorderasien. Auch die Armee hatte eine sagenhafte Größe. 1.200 Kriegsschiffe und 200.000 Soldaten verteidigten und gingen auch auf Raubzüge. Nur das kleinere Heer von Athen konnte die Übermacht natürlich schlagen. Und hier liegt einer der Knackpunkte: Zur angeblichen Blütezeit von Atlantis gab es noch kein Athen.

Das ist das Problem mit Platons Legende. Einerseits beschreibt er detailgetreu wie selten. Das nehmen die Anhänger.innen des Mythos als Beweis, dass Atlantis existiert haben muss. Andererseits klingt alles zu schön, um wahr zu sein. Wahrscheinlicher ist, dass sich dahinter ein Gleichnis versteckt. Platon verpackte seine moralischen Botschaften oft in Geschichten, um den Athener:innen seine Kritik verständlicher zu machen.

Auch wenn Neugierige rund um den Globus gesucht haben, bei keiner Ausgrabung, keinem Tauchgang wurde eine Münze, Scherbe oder sonst ein Artefakt der untergegangenen Zivilisation gefunden. Drei  Atlantis-Konferenzen in Griechenland konnten 2005, 2008 und 2011 ebenfalls kein Licht ins Dunkel bringen.

Eine Insel auf der ganzen Welt

Theoretische Lage der versunkenen Stadt Atlantis

Die Karte zeigt, wie wirr und beliebig die Theorien sind, wo Atlantis überall gelegen haben soll.

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Veröffentlicht: 20.09.2022 / Autor: Sven Hasselberg