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Besuch in Consonno: Wie aus Italiens Las Vegas eine Geisterstadt wurde

Wo heute Ruinen stehen, feierten früher die Reichen und Schönen: Wir haben vor Ort herausgefunden, was in Consonno passiert ist - und verraten dir auch, warum sich ein Trip in die Lombardei auf jeden Fall lohnt.
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Das Wichtigste zum Thema Geisterstadt Consonno

  • "In Consonno ist alles ein Wunder": Das verwitterte Eingangstor mit der Aufschrift weist den Weg zu der ehemaligen Vergnügungsstadt im Norden der Lombardei.

  • 1962 kaufte der Graf Mario Bagno das Dorf Consonno, um dort seinen Traum von einem italienischen Las Vegas zu verwirklichen. Die Bewohner mussten ihre Heimat verlassen, beinahe alle Häuser wurden abgerissen.

  • Es entstanden Hotels, Clubs, Restaurants, Cafés, Läden und ein Casino. Hier feierte einst die High Society bis in die Morgenstunden.

  • Das Aus kam 1976: Ein Erdrutsch zerstörte die Zufahrtsstraße. Der Graf und die Gemeinde konnten sich nicht einigen, wer für den Schaden aufkommt.

  • Seither ist Consonno eine Geisterstadt. In Vergessenheit geraten soll der Ort jedoch nicht. Und so lassen Bewohner aus der Umgebung die goldenen Zeiten immer wieder aufleben - mit Festen inmitten der verfallenen Gebäude.

Schaurig-schön: Italiens verlassene Orte

Lost Places nennt man im Italienischen "luoghi abbandonati" - und davon gibt es in Bella Italia reichlich: verlassene Klöster, von der Natur eroberte Kirchenruinen, verfallene Schlösser, Palazzi, Villen und Parks, die noch immer ihre alte Pracht erkennen lassen, stillgelegte Fabriken, Theater und Krankenhäuser.

Der Fotograf Sven Fennema ist durch Italien gereist und hat mit seiner Kamera den morbiden Charme jener Orte eingefangen, die den meisten Touristen verborgen bleiben. "Italien bietet eine unglaubliche Fülle von architektonischen Schätzen mit tiefer Geschichte, mehr als man retten und restaurieren könnte", sagt der Krefelder.

Seine Suche nach diesen verwunschenen Plätzen und ihren Geschichten quer durch sein Lieblingsland ist in verschiedenen Bildbänden dokumentiert. Auch auf Instagram zeigt der Fotograf immer wieder seine schaurig-schönen Entdeckungen.

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Übrigens: Wusstest du, dass durch die Lombardei der "Butter-Äquator" verläuft?

In der Lombardei ist alles in Butter - zumindest in der Küche. Wo sonst beim Kochen Olivenöl verwendet wird, greifen die Lombarden zur "Burro". Das Kultstück heißt "Soresina" und stammt aus dem gleichnamigen Ort in der Provinz Cremona.

Seit 1900 existiert die Molkereigenossenschaft Soresina, in der ausschließlich Milch von Kühen der umliegenden Mitgliedsbetriebe verarbeitet wird. Die berühmte Butter, die zu 100 Prozent aus frischer Sahne geschöpft ist, gilt als besonders aromatisch und streichzart.

Beliebt bei Köchen und Kunden ist die "Burro Soresina" in der gelben Dose (mit Jugendstil-Dekor). Der Clou: Durch die Vakuum-Verpackung bleibt die Butter lange haltbar.

Veröffentlicht: 26.07.2020 / Autor: Heike Predikant