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Sensation: Archäologen finden das "New York der Bronzezeit"

Eine jahrtausendealte Großstadt wurde in Israel ausgegraben. Was bedeutet die Entdeckung dieser antiken Metropole?

Das Wichtigste zum Thema Antike Metropole in Israel

  • In Nordisrael haben Archäologen die Überreste einer altertümlichen Metropole freigelegt. Geschätztes Alter: 5.000 Jahre.

  • Die Ausgrabungsstätte En Esur erstreckt sich auf 0,65 Quadratkilometern. Damit ist sie die größte und älteste, die in diesem Gebiet je gefunden wurde.

  • 6.000 Einwohner könnten dort während der Bronzezeit (um 3000 v. Chr.) gelebt haben.

  • Es gab eine befestigte Stadtmauer, Wohngebiete, öffentliche Plätze, Straßen und einen Friedhof. Die Ausgrabungsleiter bezeichnen den Fund als "das New York der Frühbronzezeit in unserer Region".

  • In den Ruinen eines Tempels kam ein Steinbecken zum Vorschein, wo man tierische und menschliche Knochen fand. Vermutlich wurde es für Rituale genutzt.

  • Zudem stießen die Forscher unter den Häuserresten der Stätte auf Spuren einer noch älteren Stadt. Diese könnte 7.000 Jahre alt sein.

Schau' doch mal rein: Einblicke in die Ausgrabungsstätte

Das sagt Experte Prof. Mirko Novák vom Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern:

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    Der Begriff "New York der Antike" soll nicht nur auf die Größe, sondern vor allem auf die Weltoffenheit hindeuten.

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    Der Ort ist für seine Zeit und die Lage im heutigen Israel bemerkenswert.

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    Es gibt im Gebiet des heutigen Syrien erheblich größere Städte aus dieser Zeit, wie zum Beispiel Tell Chuera, Ebla oder Mar. Dort fand man größere Archive sogar mit Tontafeln und Texten.

Sand drüber: En Esur soll wieder verschwinden

© Yoli Schwartz/Israel Antiquities Authority/dpa

Kaum ausgegraben, schon wieder verbuddelt. Die antike Metropole soll bald wieder unter der Erde landen. Sie wird einem Verkehrsknotenpunkt weichen. Von En Esur wird es aber bald ein virtuelles 3D-Modell geben.

Veröffentlicht: 09.10.2019 / Autor: Carolin Teuber

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