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Unheimliche Geisterstadt in Georgien: Warum leben dort noch 35 Menschen?

Akarmara scheint verlassen und dennoch wohnen hier ein paar wenige Familien. Wir verraten dir, was sie hält. Und auch, welche Orte in Georgien alles andere als düster - und einen Besuch wert sind.
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Das Wichtigste zum Thema Geisterstadt Akarmara

  • Georgien, Region Abchasien, südlich des Kaukasus: Hier befindet sich die Geisterstadt Akarmara, in der noch 35 Menschen leben – zwischen Ruinen und Rost.

  • Früher zählte die einstige Bergarbeiter-Stadt rund 5.000 Bewohner. Inmitten der Berge und Wälder machten sich Prachtbauten, Hotels und Restaurants breit.

  • Was ist passiert? Es begann mit der Auflösung der Sowjetunion und dem abchasischen Unabhängigkeitskrieg mit Georgien im Jahr 1992. Der Konflikt führte zum Niedergang der Kohleförderung - und dazu, dass die meisten Akarmara verlassen haben.

  • Verwuchert, verwildert, verfallen: Der Ort ist von seiner düsteren Vergangenheit gezeichnet. Immer wieder stürzen Gebäude in sich zusammen. Strom und Wasser kommen aus unterirdischen Leitungen, die noch funktionieren.

  • Die wenigen Familien, die dort wohnen, versorgen sich gegenseitig mit Brot, Eiern und Fleisch. Was ansonsten gebraucht wird, muss in den umliegenden Städten besorgt werden.

  • Ein Bus bringt Kinder und Jugendliche morgens zur 30 Kilometer entfernten Schule, einmal pro Woche fährt ein Bus zum Markt. Spiel- oder Sportplätze gibt es nicht. Freie Zeit verbringt man in der Natur. Weg will niemand, die Ruinenstadt ist für die verbliebenen Bewohner "Heimat".

Reisewarnung: Abchasien ist ein gefährliches Terrain!

Abchasien hat sich Anfang der 1990er-Jahre nach einem Unabhängigkeitskrieg von Georgien losgesagt. Die "Republik Abchasien" betrachtet sich als selbständigen Staat, international gilt sie weiterhin als Teil Georgiens. Die separatistische Provinz wird - wie auch Südossetien - von Russland unterstützt.

Flagge der selbst ausgerufenen "Republik Abchasien"


Die Flagge der selbstausgerufenen "Republik Abchasien"
© Getty Images

 

Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Abchasien und Südossetien sowie in die unmittelbare Nähe der Konfliktregion dringend ab:

"Abchasien und Südossetien befinden sich nicht unter der Kontrolle der georgischen Regierung. In den Gebieten und an ihren Verwaltungsgrenzen sind russische Truppen stationiert. Die Situation in den Konfliktregionen ist derzeit stabil, kann sich aber jederzeit ändern. Verfolgen Sie die lokalen Medien aufmerksam. Die Durchführbarkeit von Rettungsflügen in diese Gebiete ist nicht sichergestellt. Auch konsularischer Schutz kann deutschen Staatsangehörigen dort mangels Zugang derzeit nicht gewährt werden."

Weitere Infos gibt es auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

 

Das restliche Georgien gilt als Trendreiseziel: 5 Attraktionen

Abenteuer für die Ohren: Der Podcast aus Georgien

Du würdest gern mal einen Trip nach Georgien machen? Adrian und Christoph, die den Reisepodcast Welttournee betreiben, lassen dich reinhören ins Land.

© Welttournee

 

Der eine lebt in Hamburg, der andere in Barcelona und zusammen berichten sie von ihren Abenteuern. In der Folge "Georgien" erzählen sie, wie es ihnen dort gefallen hat und was sie erlebt haben.

Und nebenbei erfährst du, was man über den Kaukasusstaat wissen muss:

  • Ist ein Visum nötig?
  • Fliegt man besser nach Kutaissi oder Tiflis?
  • Wie viel kostet ein Privattaxi?
  • Welche Speisen sind besonders lecker?
  • Wird zum Essen grundsätzlich Wodka serviert?
  • Warum gibt es Massenhochzeiten?
  • Lohnt sich ein Badeaufenthalt in Batumi?

Und hier kannst du dich schon mal akustisch schlau machen

Veröffentlicht: 25.04.2020 / Autor: Heike Predikant