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Schwefel, Gas und Lava: So machst du Urlaub auf einem Vulkan

Lava spuckende Berge sind faszinierend und bringen einen wahren Vulkan-Tourismus hervor. Worauf du bei einem Vulkan-Trip achten solltest, siehst du hier.

Das Wichtigste zum Thema Vulkan-Tourismus

  • Es gibt derzeit rund 1500 aktive Vulkane. Als aktiv wird ein Vulkan bezeichnet, der seit der letzten Eiszeit, also vor 10.000 Jahren, mindestens einen Ausbruch hatte. Jährlich kommt es zu rund 50 Ausbrüchen, vor allem in Südostasien.

  • Unberechenbare Feuertürme: Auch nach vielen tausend Jahren kann ein Vulkan plötzlich wieder aktiv werden. So brach der chilenische Vulkan Caitén 2008 aus, sein letzter Ausbruch lag 8000 Jahre zurück.

  • Vulkanologen unterscheiden zwischen Explosionen und Effusionen. Bei ersterer wird Material aus dem Erdinneren geschleudert, bei der Effusion läuft es aus dem Krater.

  • Vulkan-Tourismus boomt: Eine Studie der "Royal Geographic Society" warnt vor wachsenden Risiken. Notfallbehörden in Ländern wie Island klagen über immer mehr Vulkanophile die versuchen, einen Ausbruch mit dem Handy zu filmen und zudem Rettungsaktionen erschweren.

  • Seit dem Jahr 1500 starben etwa 280.000 Menschen durch Vulkane, seit dem Jahr 2000 waren es an die 2000. Die meisten touristischen Todesopfer gibt es nicht infolge von Ausbrüchen, sondern durch die Gefahren des Alpinismus: Vulkan-Wanderer verirren sich, stürzen ab, erfrieren oder werden vom Blitz getroffen.

Das solltest du vor einem Vulkanurlaub wissen

  • 🌋

    Selten bricht ein Vulkan ohne Vorwarnung aus. Meist kündigt sich dies durch erhöhte Aktivität schon Wochen vorher an. Im Idealfall bist du nie ohne einen einheimischen Führer unterwegs.

  • 👞

    Deine Ausrüstung: Neben wetterfester Trekkingbekleidung brauchst du unbedingt Bergschuhe, Gasmaske, Steinschlaghelm, Handschuhe, Sturmhaube, Stirnlampe und Schutzbrille.

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    Wenn du über Nacht bleiben willst, solltest du im Rucksack ein windstabiles Zelt, einen warmen Schlafsack und eine Isomatte haben.

  • 📸

    Vulkan-Fotografie für Profis: Du solltest immer mit dem Wind im Rücken fotografieren, damit du keine Asche und gefährliche Gase abkriegst. Ein Stativ ist bei den windigen Verhältnissen ratsam.

Sitz der Götter: Wie entsteht ein Vulkan?

Vulkane treten immer dort auf, wo die Erdkruste instabil ist, an so genannten Störungszonen. Sie entstehen, wenn 2 Kontinentalplatten auseinanderdriften oder kollidieren und so das heiße Magma aus dem Erdmantel aufsteigt. Oft wird Lava explosionsartig herausgeschleudert. Ein Vulkan kann außerdem entstehen, wenn sich eine ozeanische Platte unter eine kontinentale Platte schiebt. Durch den Druck faltet sich das Festlandgestein und schmilzt, wodurch das Magma an die Oberfläche steigt.

Das passiert bei einem Vulkan-Ausbruch

Interview mit Dr. Thomas Walter, Vulkanologe am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) an der Universität Potsdam:

  • Sind Vulkan-Reisen beliebter geworden?

  • 💬

    Entlegene Gegenden und Vulkane werden zunehmend touristische Ziele wie etwa Regionen in Lateinamerika, Asien, den Kurilen und Kamchatka.

  • Was ist die Faszination am Vulkan-Tourismus?

  • 💬

    Die Beobachtung der aktiven Erde, hoher Temperaturen und Gefahren sind für eine breite Öffentlichkeit faszinierend. Nirgends sonst kann der Laie besser das System Erde, den Nutzen und die Risiken besser begreifen.

  • Kann denn jeder so einfach auf einen aktiven Vulkan steigen?

  • 💬

    Meist ja. Man sollte aber vorher die Webseiten der involvierten Beobachtungszentren studieren. Bei Unsicherheiten sollte ein lokaler Führer angeheuert werden, was die meisten Touristen auch machen.

  • Geht es also nur darum, ob ein Vulkan noch aktiv ist?

  • 💬

    Ein größeres Problem als die Vulkantätigkeit ist die alpine Bergtour, die oft mit Vulkantouren einhergeht. Ich habe wiederholt deutsche Touristen in Flipflops auf dem Gipfel des über 3000 Meter hohen Ätna beobachtet. Einige von ihnen mussten sehr aufwändig "gerettet" werden.

  • Welche Gefahren werden oft unterschätzt?

  • 💬

    Hochalpine Touren, am Teide auf Teneriffa sogar in über 4.000 m Höhe, mit beträchtlichen Temperaturschwankungen, unstabilen Wetterlagen, sind sicherlich ein Problem. Daher empfiehlt sich gute Kleidung in Schichten, Wind-, Regen- und auch Sonnenschutz, sowie stabile Wanderschuhe.

  • Was sollte man vor einer Vulkanreise sonst noch beachten?

  • 💬

    Spontane Touren auf einen Vulkan sind gefährlich. Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Ähnlich wie bei anderen Bergtouren muss man das Wetter und die Prognosen genau beobachten. Und man sollte die Warnungen der Vulkanobservatorien ernst nehmen.

Hotspots für Vulkan-Fans

Veröffentlicht: 30.10.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab

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