Grünäugige Kreatur mit Flügeln ins Netz gegangen
via Facebook/Scott Tanner

Grünäugige Kreatur mit Flügeln ins Netz gegangen

vor 2 Jahren

Die Nachrichten über mysteriöse, angeschwemmte Seemonster häufen sich in letzter Zeit. Diese Kreatur mit grünen Augen und flügelartigen Flossen ging in Kanada kürzlich als Beifang ins Netz. Und auch, wenn ihr Rätsel schnell gelöst wurde, sieht sie aus wie von einer anderen Welt.

Scott Tanner, ein Fischer aus der Provinz Nova Scotia im Osten Kanadas, war mitten bei einem 42-tägigen Angeltrip, als er die mysteriöse Kreatur in seinem Netz fand. Sie ist etwa einen Meter lang, hat eine lange, spitze Nase, einen schmalen Schwanz und zwei unübersehbare Flossen, die an die Flügel eines Vogels erinnern.

Laut dem Online-Magazin LifeScience wollte Tanner eigentlich nur Rotbarsche und Kabeljau fangen, als ihm die grünen Augen entgegenblickten. Die Kreatur bewegte sich nicht und nachdem Tanner das Foto geschossen hatte, wurde der Fang plötzlich zurück ins Meer gespült. Aber Tanner konnte die Kreatur nicht vergessen.

Als er vom Angeltrip zurück in seiner Heimat war, begann er im Netz zu recherchieren. Das Ergebnis: Er hatte eine Langnasenchimäre gefunden. Sie gehören zu den Seekatzen und es gibt dutzende verschiedene Unterarten, die noch kaum erforscht sind. Eine Rarität ist Tanner damit allemal ins Netz gegangen.

Langnasenchimären werden hauptsächlich durch ihren dolchartigen Kopffortsatz charakterisiert und können bis zu anderthalb Meter lang werden. Sie sind in acht Arten unterteilt, wobei die von Tanner gefundene den wissenschaftlichen Namen Harriotta raleighana trägt (ihr seht: Es ist so wenig darüber bekannt, dass diese Art nicht mal einen nicht-lateinischen Namen bekommen hat).

Kreatur

Harriota raleighana
A longnose or narrownose chimaera (Harriota raleighana)
© via Flickr/NOAA Photo Library/CC BY 2.0

Sie sind natürlich auch deshalb so wenig erforscht, da sie in einer Tiefe von bis zu 2.600 Metern leben – die bekommt man nicht allzu oft zu Gesicht. Vieles wissen wir von Fossilien, denn diese Kreaturen gibt es schon seit dem Jura. Damals gab es wohl noch drei Gattungen mehr, die mittlerweile ausgestorben sind.

Heute stehen alle Unterarten auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN. Ob das von Tanner gefundene Exemplar noch lebte, ist nicht bekannt. Aber zumindest wurde es direkt im Anschluss wieder ins Meer – also in die Heimat – gespült.

Und Tanner hat ja genug andere Fische gefangen:

Und wenn wir schon beim Thema “ungewöhnliche Tiere” sind: Kennt ihr schon die fliegenden Fische? Seht selbst:

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