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So trauern Delfine und Wale um tote Artgenossen

vor 3 Jahren

Auch Meeressäuger vermissen ihre verstorbenen Artgenossen und trauern um sie. Diese Tatsache ist schon länger bekannt, aber erst jetzt haben sich Forscher damit beschäftigt, welches unübliche Verhalten diese Tiere an den Tag legen, wenn sie in Trauer sind.

Die Forscher sammelten für ihre, im „Journal of Mammalogy“ erschienene, Studie zumeist unveröffentlichte Berichte über merkwürdiges Verhalten von Walen und Delfinen. 14 Mal konnten Tiere aus sieben unterschiedlichen Spezies dabei beobachtet werden, wie sie ihren toten Artgenossen Gesellschaft leisteten.

Eltern trauern um ihre Jungen

Einer der Berichte stammte von Forschern, die im Roten Meer einen Indopazifischen Großen Tümmler dabei beobachteten, wie er den stark verwesten Körper eines kleineren Delfins vor sich her schob. Sie fingen den toten Delfin mit einem Seil und zogen ihn mit ihrem Boot zur Küste. Der erwachsene Delfin schwamm die ganze Zeit neben ihnen her und berührte immer wieder den Kadaver. Auch als sie den toten Delfin schon vom Strand entfernt hatten, blieb der andere weiterhin dicht vor der Küste. Das Verhältnis der beiden Tiere zueinander ist nicht ganz klar, aber Melissa Reggente, Biologin an der Universität Mailand-Bicocca und Co-Autorin der Studie, vermutet, dass es Mutter und Kind waren.

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Vor der Küste der San Juan Islands im US-Bundesstaat Washington konnte ein Orca-Weibchen mit ihrem toten Neugeborenen beobachtet werden. „Sie versuchte die ganze Zeit, das tote Kalb über der Wasseroberfläche zu halten, balancierte es auf ihrem Kopf“, sagte Robin Baird vom Cascadia Research Collective in Olympia (Washington) in einem Interview mit National Geographic.

Die Wissenschaftler fanden auch Berichte über Wale, die ihre toten Kälber im Maul trugen, durchs Wasser schoben oder mit den Flossen berührten.

Trauer ist die einzige Erklärung

Einmal wurden Kurzflossen-Grindwale dabei gesehen, wie sie einen Schutzkreis um ein erwachsenes Tier mit seinem toten Kalb bildeten. In einem anderen Fall schob ein Ostpazifischer Delfin den toten Körper eines Jungtieres zu einem Boot. Als die Besatzung den Kadaver an Bord zog, kam die komplette Delfinschule an, umkreiste das Boot und schwamm dann wieder fort.

Laut den Autoren der Studie ist Trauer die einzige Erklärung, die sie für das merkwürdige Verhalten der Tiere finden konnten.

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