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Abgesagt wegen Corona: Das bedeutet die Gutschein-Regelung für deine Tickets

Ob Konzertkarten, Fitness-Abos oder Jahres-Pässe fürs Stadion: Durch Corona fällt vieles aus. Eine Gutschein-Regelung soll Veranstaltern und Verbrauchern helfen - das bedeutet sie für dich.

Das Wichtigste zum Thema Gutschein-Regelung

  • Für abgesagte Reisen, Veranstaltungen und Co. bekommst du nicht automatisch dein Geld zurück. Stattdessen sind Veranstalter berechtigt, Wertgutscheine auszustellen - sofern du die Tickets vor dem 8. März gekauft hast.

  • Löst du den Wertgutschein bis Ende 2021 nicht ein, bekommst du das Geld ausgezahlt. Das Risiko dabei: Geht der Veranstalter bis dahin pleite, kriegst du dein Geld wahrscheinlich nicht zurück.

  • Die Regelung soll sowohl Veranstalter als auch Verbraucher schützen: Die meisten Organisatoren von Freizeit- und Kultur-Events würden nämlich pleite gehen, wenn sie plötzlich alle Tickets erstatten müssten. Im Insolvenz-Fall wiederum würden die Verbraucher nichts mehr von ihrem Geld sehen.

  • Sach-Gutscheine sind bei der Regelung übrigens nicht erlaubt - es muss sich um einen Wert-Gutschein handeln.

Hier gilt die Gutschein-Regelung

  • Dauerkarten und Abos - zum Beispiel fürs Stadion: Der Wertgutschein wird aus der Summe der ausgefallenen Spiele oder Vereins-Aktivitäten ermittelt.

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    Das Gleiche gilt bei Dauerkarten für Zoos oder Sportvereine.

  • 🏅

    Mitgliedsbeiträge werden aber nicht erstattet - hier zahlst du für die Mitgliedschaft, nicht für die Leistung.

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    Events, Konzerte, Festivals, Theaterkarten und Co. fallen ebenfalls unter die neue Regelung.

  • 👟

    Fitness-Studios: Hier können ebenfalls Wertgutscheine ausgestellt werden.

  • 🌴

    Pauschalreisen: Für ausgefallene Reisen dürfen die Veranstalter Reisegutscheine anbieten, deren Wert staatlich abgesichert ist. Reisende können aber auch ihr Geld zurück verlangen.

Deine Zugreise fiel aus? Das passiert mit Tickets der Deutschen Bahn

Fahrkarten, die vor dem 13. März gekauft wurden, kannst du noch bis zum 30. Oktober 2020 für die gleiche Strecke einlösen. Hier gilt dann keine Zugbindung mehr.

Trittst du deine Reise nicht bis zu dem Datum an, erhältst du von der DB alternativ einen Wertgutschein.

So kommst du an den Gutschein

  • 🎫

    Meistens musst du den Gutschein beantragen, indem du beim Veranstalter um Erstattung bittest.

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    Je nach Veranstalter erhältst du dann das Geld zurück - oder eben einen Wertgutschein.

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    Den bekommst du online per Mail, auf dem Postweg oder an einer Vorverkaufsstelle.

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    Bei vielen Veranstaltern kannst du wählen, ob du zum Nachholtermin des eigentlichen Events oder zu einer anderen Veranstaltung möchtest.

Alles offiziell? Das muss laut Bundesregierung auf deinem Gutschein draufstehen

  • 😷

    "Dass er wegen der COVID-19-Pandemie ausgestellt wurde."

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    "Dass der Inhaber die Auszahlung des Wertes des Gutscheins verlangen kann, wenn ein Gutschein für ihn unzumutbar ist oder er ihn nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst hat."

Wann der Veranstalter dir das Geld auszahlen muss

Es gibt eine Ausnahme: Die Regelung hat eine Härtefall-Klausel. Kann der Verbraucher nachweisen, dass er seine Lebenshaltungskosten (wie Miete, Essen usw.) nicht mehr bezahlen kann, darf er die Auszahlung des Wertes verlangen.

Was an der Gutschein-Regelung kritisiert wird

Die Gutscheine sind keine Garantie, denn sie sind nicht abgesichert. Geht der Veranstalter pleite, bleiben die Verbraucher höchstwahrscheinlich selbst auf den Kosten sitzen.

Außerdem können Events durch die Corona-Krise teurer werden und die Besucher zahlen drauf - denn der Gutschein beinhaltet nur den "alten Ticketpreis".

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Veröffentlicht: 02.07.2020 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau

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