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Alle zusammen gegen Corona: 5 Nachrichten, die Hoffnung machen

Mehr Intensivbetten und Beatmungsgeräte in Deutschland, Freiwillige helfen in Norditalien und die USA erhalten Hilfsgüter aus Russland - diese und weitere Nachrichten machen Mut.

1. Freiwillige Helfer in Norditalien

Mehr als 16.000 Ärzte und Pflegekräfte aus Mittel- und Süditalien haben sich freiwillig gemeldet, um ihre Kollegen im Norden des Landes zu unterstützen. Das seien deutlich mehr als erhofft, berichten italienische Medien.

Den Aufruf startete Italiens Minister für regionale Angelegenheiten, Francesco Boccia, bereits am 20. März. Vor allem jene, die die meiste Erfahrung in Intensivmedizin und Lungenheilkunde haben, würden sofort eingesetzt, so Boccia.

Hintergrund: Im Norden des Landes haben sich mittlerweile mehr als 6.400 Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit dem Corona-Virus angesteckt. 51 italienische Ärzte sind bislang an Covid-19 gestorben.

In Norden Italiens arbeitet das Krankenhaus-Personal weiterhin an der Belastungsgrenze


In Norden Italiens arbeitet das Krankenhaus-Personal weiterhin an der Belastungsgrenze
© picture alliance / Photoshot

2. Mehr Intensivbetten, mehr Beatmungsgeräte

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    Die Zahl der Intensivbetten und der Beatmungsgeräte in Deutschland konnte angesichts der Corona-Krise deutlich gesteigert werden. Das gab die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bekannt.

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    Vor der Krise hatte Deutschland rund 28.000 Intensivbetten. Die DKG geht davon aus, dass die Zahl nun auf knapp 40.000 angewachsen ist. Von diesen seien etwa 15.000 bis 20.000 frei, sagte Gerald Gaß, DKG-Präsident. Er vertritt die rund 1.900 Krankenhäuser bundesweit.

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    Auch die Zahl der Beatmungsgeräte wurde erhöht. Zu Beginn der Pandemie habe es etwa 20.000 Betten mit Beatmungsgeräten gegeben, inzwischen dürften es 30.000 sein.

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    Die Beatmungsgeräte seien zum Teil aus anderen Bereichen geholt worden - beispielsweise aus Aufwachräumen. Andere seien neu beschafft worden, zudem wurden ausgemusterte Geräte reaktiviert.

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    Gerald Gaß: "Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden 2 Wochen für alle Covid-19-Patienten, die beatmet werden müssen, ein Gerät zur Verfügung haben werden."

3. Russland liefert Hilfsgüter in die USA

4. Schnorchelmasken im Kampf gegen Covid-19

Sogenannte Full-Face-Maske werden normalerweise zum Schnorcheln benutzt. Die Masken aus Kunststoff bedecken das ganze Gesicht, geatmet wird durch einen Schnorchel, der nach oben gerichtet ist.

Nun sollen sie im Kampf gegen Covid-19 zum Einsatz kommen - und könnten in Kliniken von Patienten getragen werden, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, um das Ansteckungsrisiko für das Krankenhaus-Personal zu senken.

Mehrere Krankenhäuser in Frankreich, aber auch aus Deutschland, Italien, Belgien und anderen Ländern, hätten angefragt, ob sie die Masken bekommen könnten.

Der Sportwarenhersteller Decathlon will nun seine kompletten Lagerbestände dieser Schnorchelmasken hergeben.

In Italien kamen schon einige der Full-Face-Masken an

In Italien kamen schon einige der Full-Face-Masken an

5. Beatmungsgeräte statt Raketen

Israel stellt wegen des Corona-Virus' einen Teil seiner Raketen-Produktion auf die Herstellung von Beatmungsgeräten um.

"Der Staat Israel muss im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie in allen Bereichen unabhängige Ressourcen entwickeln", sagt Verteidigungsminister Naftali Bennett. "Wir können nicht von Lieferungen aus anderen Ländern abhängig bleiben."

Laut des Ministeriums seien bereits 30 Beatmungsgeräte an das Gesundheitsministerium geliefert worden.

Verteidgungsminister Israels: Naftali Bennett


Verteidgungsminister Israels: Naftali Bennett
© picture alliance / Photoshot

Veröffentlicht: 03.04.2020 / Autor: Benjamin Reibert

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