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Auslandsurlaub trotz Corona - darauf musst du achten

Wir alle würden gerne wieder an den Strand oder in die Berge - vor allem Auslandsreisen sind wegen Corona derzeit aber schwierig. Die weltweite Reisewarnung gilt bis Mitte Juni. Was passiert danach und aus welchen Gründen darf ich auch vorher schon ins Ausland?
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Das Wichtigste zum Thema Urlaub trotz Corona

  • Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung gilt noch bis zum 14. Juni.

  • Grund für die Reisewarnung ist, dass keine normalen Reisen ins Ausland möglich seien. Das liegt vor allem an den Einschränkungen im Luftverkehr und den unterschiedlichen Quarantäneregeln.

  • Ab dem 15. Juni wird die internationale Reisewarnung aufgehoben und Reisen sind in immer mehr Länder wieder möglich.

  • "Normal" wird der Sommerurlaub 2020 aber noch nicht, denn es gibt einige Einschränkungen.

  • In den Flugzeugen und an Flughäfen herrscht Maskenpflicht, Hotels und Restaurants müssen Hygienevorschriften einhalten und es gelten Abstandsregeln.

Darauf musst du jetzt bei einer Reise ins Ausland achten

Was muss ich mitbringen?

Um die Grenze zu überqueren, musst du einen gültigen und anerkannten Pass oder ein gültiges Pass-Ersatzdokument vorweisen können.

Vor allem für Menschen mit Visumspflicht gilt es, dieses vorzuweisen. Außerdem kann der Kontrolleur vor dem 14. Juni einen Nachweis über die Notwendigkeit des Grenzübertritts fordern.

Welche Gründe reichen aus?

Grenzüberschreitende Reisen sind nur aus dringenden oder trifftigen Gründen und im Einzelfall erlaubt. Grundsätzlich tritt die Polizei, laut eigener Aussage, vor allem Pendlern und Menschen die an der Grenze wohnen, wohlwollend gegenüber.

Triftige Gründe sind beispielsweise ärztliche Behandlungen oder familiäre Todesfälle. Auch berufliche Gründe lassen die Beamten unter Umständen gelten.

Es bleibt (trotz mancher Ausnahmen) kompliziert. Unser Anruf beim Auswärtigen Amt hat bestätigt: Jeder Fall muss einzeln an der Grenze geprüft werden. Daher gibt es keine pauschale Antwort auf die Frage.

Auf ihrer Website beschreibt die Bundespolizei aber einige Fälle, in denen der Grenzübertritt nach Deutschland nicht erlaubt ist. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Um jemandem beim Umzug zu helfen
  • Um ein Paket abzuholen
  • Um Waren abzuholen
  • Für einen Notar-Termin
  • Um Eigentum zu pflegen
  • Um zu einem Zweitwohnsitz zu gelangen

Was, wenn ich zurückkomme?

Rückkehrer müssen sich beim örtlichen Gesundheits- oder Ordnungsamt melden. Diese entscheiden dann, ob man in Quarantäne muss oder nicht. Das Auswärtige Amt rät dazu, telefonisch nachzufragen.

Viele Bundesländer haben die Quarantänepflicht vorerst aufgehoben. Dazu gehören unter anderem Niedersachsen und NRW. Sollte die Zahl der Neuinfektionen allerdings wieder über 50 pro 100.000 Einwohner steigen, kann die Quarantänepflicht wieder eingeführt werden.

Wie könnten Reisen in der Pandemie zukünftig aussehen?

Reisen gehört mittlerweile zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Reisefreiheit ist sogar Teil unseres Grundgesetzes. Das kann nur in Ausnahmefällen - wie einer Pandemie - eingeschränkt werden.

Corona wird die Art, wie wir Urlaub machen, zumindest in den nächsten Monaten stark beeinflussen.

Unsere Reiseziele werden sich also vorerst, wenn nicht im eigenen Land, zumindest in der Nähe zu Deutschland befinden. In Spanien fühlt man sich in Zukunft sicherer als in Ländern außerhalb Europas, so die Vermutung von Tourismusforscher Jürgen Schmude von der Universität München (im Interview mit Reisereporter.de). Eine Rolle spielen dabei auch die Komplikationen bei den Rückholaktionen aus einigen Ländern.

Die Tourismus-Branche leidet extrem unter dem Virus. Der Forscher geht davon aus, dass das Angebot deutlich kleiner sein wird als früher. Denn nicht jeder Anbieter wird die Krise überstehen.

Könnte das eine Chance sein für nachhaltigeres Reisen? Schon jetzt wird von guter Wasser- und Luftqualität in vielen Ländern geschwärmt. Reisen wir bewusster, könnte das auch so bleiben.

Andere Trendprognose: lokal statt global. Reisen im eigenen Land oder in unsere Nachbarländer könnten wieder an Bedeutung gewinnen. Ob in Spanien oder an der Nordsee: Auf  limitierte Besucherzahlen, Mundschutz und Abstandsregeln müssen wir uns einstellen.

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Bis dahin gilt: Das rät das Auswärtige Amt

Vor und während der Reise

  • Wichtig: Die Einreisebestimmungen deines Reiselands kann sich bei der aktuellen Lage spontan ändern.
  • Deswegen: Erkundige dich kurz vor Antritt der Reise bei der Vertretung des jeweiligen Landes nach Einreisesperren und möglichen Quarantäne-Bestimmungen.
  • Trage dich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes ein und halte dich während des Aufenthalts über die Lage im Land auf dem Laufenden.
  • Rechne bei angeordneten Quarantänemaßnahmen nicht mit einer Rückholung durch den Veranstalter oder die Bundesregierung, sondern folge den Anweisungen der lokalen Gesundheitsbehörden.

Tipp: Benutze die "Sicher Reisen"-App des Auswärtigen Amtes

Veröffentlicht: 28.05.2020 / Autor: Alexander Chouzanas