Themenseiten-Hintergrund

Darum ist Blutspenden jetzt besonders wichtig

Statistisch gesehen sind 80 (!) Prozent aller Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben auf eine Blutspende angewiesen - auch in Corona-Zeiten. Ob und wie du jetzt helfen kannst.
In Corona-Zeiten ist Blutspenden wichtiger denn je

Das Wichtigste zum Thema Blutspenden

  • Blut kann nicht künstlich hergestellt werden. Wenn Kranke oder Unfallopfer zu viel verloren haben, brauchen sie eine Spende - gerade auch in Corona-Zeiten.

  • Um sie zu versorgen, brauchen wir 14.000 Blutkonserven am Tag. 80 Prozent der Deutschen sind zumindest einmal im Leben auf eine Spende angewiesen.

  • Aktuelle Zahlen zeigen, dass es immer weniger Spender gibt. Nur 3 Prozent der Bevölkerung helfen. Viele Stammspender sind mittlerweile zu alt, Nachwuchs bleibt aus.

  • Durch die Corona-Krise verschärft sich das Problem. Viele Spender sind verunsichert, ob sie zur Zeit überhaupt spenden können oder dürfen.

  • Ständiger Nachschub ist jedoch wichtig, denn eine Blutspende ist nur 42 Tage haltbar.

  • Warum in den USA das Blutplasma von genesenen Covid-19-Patienten heiß begehrt ist? Die Antwort.

Blutspenden in Corona-Zeiten: Die wichtigsten Antworten

  • Werde ich vor dem Blutspenden auf Corona getestet?

  • 👉

    "Nein. Ob du dich mit Covid-19 infiziert hast, kann nur ein Rachen-, Mund- oder Nasenabstrich klären. Wenn du dich krank fühlst oder Kontakt zu Infizierten hattest, darfst du nicht zur Blutspende", erklärt Patric Nohe vom Roten Kreuz.

  • Kann ich mich beim Spenden mit Corona anstecken?

  • 👉

    Beim Blutspenden gelten strenge Hygienevorschriften. "Es besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko", sagt Nohe. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Covid-19 über das Blut übertragen wird.

  • Kann die Blutspende klären, ob ich das Virus schon hatte?

  • 👉

    "Nein, wir es wird kein Antikörper-Test gemacht."

Wem hilft deine Blutspende?

Darf ich teilnehmen? Diese Kriterien gelten für Spender

Frauen dürfen 4-mal, Männer 6-mal im Jahr spenden. Du solltest zwischen 18 und 68 Jahre alt und gesund sein, keine Infektionskrankheiten haben und mindestens 50 Kilo wiegen. Welche Blutgruppen besonders beliebt sind, und ob du vielleicht zu den wenigen perfekten Spendern mit goldenem Blut gehörst, liest du hier.

Du darfst 4 Wochen vor der Spende keine Drogen genommen haben (Rauchen ist erlaubt), und nach Impfungen, Operationen, Tätowierungen oder Piercings (auch Ohrlöcher) musst du eine Wartezeit einhalten.

Für homosexuelle Männer und Transsexuelle gelten strengere Kriterien. Sie dürfen nur Blut spenden, wenn sie angeben, ein Jahr lang keinen Sex gehabt zu haben. Diese Ungleichbehandlung steht in der Kritik.

Passt alles für eine Spende? Mach hier den Test!

Einmal anzapfen, bitte: Das passiert bei einer Blutspende

  • 🍕

    Davor: Vor Ort musst du einen Fragebogen ausfüllen. Ein Arzt checkt, ob Temperatur, Puls, Blutdruck und dein Hämoglobinwert (das ist der Stoff in deinem Blut, der Sauerstoff bindet) okay sind. Denk dran: Vorher genug essen und trinken, eine Stunde davor nicht mehr rauchen und keinen Sport machen - und den Ausweis nicht vergessen.

  • 💉

    Währenddessen: Innerhalb von 7 bis 12 Minuten wandert ein halber Liter deines Bluts in einen Beutel. Danach darfst du dich eine halbe Stunde ausruhen. Dein Blut wird im Labor überprüft, z. B. auf HIV. Stimmt etwas nicht, wirst du benachrichtigt.

  • 🤸

    Danach: Nach 30 Minuten sollte sich dein Kreislauf stabilisiert haben. Um den Flüssigkeits- und Eiweißverlust auszugleichen, braucht der Körper noch 2 Tage. Nach 2 Wochen hat er alle abgenommenen Blutzellen ersetzt. Bis die Eisenwerte wieder im Lot sind, dauert es allerdings 2 bis 3 Monate. Hilfreich sind dann Eisentabletten.

6 Fakten zum Blutspenden

6 Fakten zum Blutspenden

6 Fakten zum Blutspenden

Diese spannenden Infos werden dir in Fleisch und Blut übergehen.

Blutgruppen-Übersicht: Wer kann wem spenden?

Nicht alle Blutgruppen vertragen sich miteinander. Daher muss man bei der Bluttransfusion stets auf die Verabreichung der richtigen Blutgruppe achten, ansonsten könnte das schwerwiegende Folgen haben.

Veröffentlicht: 22.05.2020 / Autor: Chris Tomas