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Corona bei Miezi und Bello: Das sind die Fakten und das kannst du tun

Angeblich können nicht nur Menschen am Corona-Virus erkranken, sondern auch Katzen oder Hunde. Was an diesen Berichten dran ist.

Das Wichtigste zum Thema Corona bei Haustieren

  • Immer wieder hört man davon, dass sich Katzen und Hunde mit dem Corona-Virus angesteckt haben sollen.

  • Stichhaltige Belege dafür, dass der Virus von Haustieren auf den Menschen überspringen kann, gibt es bisher nicht. Dass sich Hunde anstecken, gilt im Allgemeinen als sehr unwahrscheinlich.

  • Anders bei Katzen. Eine neue Studie aus China legt nahe, dass sie sich mit dem neuen Corona-Virus infizieren können. Es gibt aber auch Kritikpunkte. Welche das sind erfährst du weiter unten.

Infizierte Katzen in China

Eine Studie aus China scheint zu belegen, dass sich Katzen mit dem neuen Corona-Virus infizieren können. Die Tiere zeigten allerdings keine Krankheitssymptome. Eine Übertragung auf den Menschen gilt als unwahrscheinlich.

Kritiker bemängeln, dass das Ganze unter Laborbedingungen stattfand und damit kaum auf den Alltag übertragbar ist.

So wurden den Tieren der Virus in extrem hoher Dosis direkt in die Nase gespritzt - und außerdem nur sehr wenige Katzen untersucht.

Anders in Nordrhein-Westfalen

Wissenschaftler der Uni Bonn wollen herausfinden, wie sich der Virus verbreitet. Sie untersuchten in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsfeld (NRW) zirka 1.000 Menschen - und auch Katzen von Infizierten.

Noch ist die Studie nicht abgeschlossen. Dass Katzen nicht für die Verbreitung verantwortlich sind, scheint allerdings klar. Achim Gruber, Chef der Tierpathologie an der Freien Universität Berlin, sagt im Interview mit der dpa:

"Sie haben das Virus auf Türklinken gefunden und auf Klodeckeln - aber nicht in einer einzigen Katze."

Katze läuft über geschlossen Markt


Keine Panik: Gilt nicht nur auf diesem Lebensmittelmarkt in Tel Aviv, sondern auch für den Umgang mit Haustieren.
© Oded Balilty/AP/dpa

 

Wer trotzdem unsicher ist, kann jetzt übrigens am Institut für Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin Hund und Katz auf den Virus testen lassen. Einzige Voraussetzung: Ein Rachen-Abstrich des besten Freundes.

Corona-Sorge um Haustiere gerechtfertigt?

Corona-Sorge um Haustiere gerechtfertigt?

Corona-Sorge um Haustiere gerechtfertigt?

In Zeiten von Corona haben wir nicht nur Angst um uns selbst, sondern auch um unsere Vierbeiner. Doch können sich Haustiere wirklich mit Corona infizieren oder zu Überträgern des Virus werden?

Diese Tipps gibt das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesinstitut für Tiergesundheit:

  • Keine Panik, weil: "Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen."

  • Das gilt eigentlich immer: "Unbedingt beachtet werden sollten allgemeine Hygiene-Regeln wie Händewaschen nach Kontakt mit den Tieren und die Vermeidung von sehr engem Kontakt zu den Tieren."

  • Dennoch wird geraten: "Katzen, die die Wohnung oder das Haus normalerweise verlassen können ("Freigänger"), sollten nach Möglichkeit für die Dauer der Quarantäne nicht nach draußen gehen. Katzen aus Quarantäne-Haushalten sollten zudem nicht zusammen mit anderen fremden Katzen (z.B. in einer Katzenpension) untergebracht werden. Es besteht kein Grund dafür, Haustiere vorsorglich in Tierheimen abzugeben."

Friedrich-Loeffler-Institut: FAQ SARS-CoV-2/Covid-19: Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere?

Das solltest du dir merken

  • 🤓

    Bleib entspannt! Nur wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, sollte auf spezielle Verhaltensregeln den Vierbeinern gegenüber achten. Ansonsten gilt: Kuscheln erlaubt. Der Kontakt mit Tieren kann Menschen in der häuslichen Isolation sogar helfen, Stress zu reduzieren und Ängste abzubauen.

Veröffentlicht: 07.04.2020 / Autor: Franziska Schosser

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