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Stecken Menschen Haustiere mit Corona an - oder sogar umgekehrt?

Seit längerem ist klar, dass sich auch Katzen mit dem Corona-Virus infizieren können. Nicht eindeutig geklärt war dagegen, ob das ebenfalls für Hunde gilt und wer eigentlich wen ansteckt. Neue Erkenntnisse aus Italien bringen nun Licht ins Dunkel.
Teaserbild: Stecken Menschen Haustiere mit Corona an - oder sogar umgekehrt?

Das Wichtigste zum Thema Corona bei Haustieren

  • Im Mai berichteten chinesische Wissenschaftler, dass sich auch Katzen mit dem Corona-Virus infizieren können.

  • 2 Fragen blieben aber bisher offen: Können sich auch Hunde mit SARS-CoV-2 anstecken? Und wie verläuft die Übertragung: Infizieren Frauchen und Herrchen ihre Tiere oder umgekehrt?

  • Eine Studie mit einer großen Stichprobe aus Italien präsentiert nun die spannenden Antworten.

Auch Hunde können sich infizieren

👩‍🔬 Wissenschaftler der italienischen Universität Bari hatten für ihre Studie 540 Hunde und 277 Katzen untersucht.

🇮🇹 Alle Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten und in von Corona besonders stark betroffenen Gebieten, wie der Lombardei in Norditalien.

🐱 Dass Katzen betroffen sein würden, galt bereits als gesichert. Und tatsächlich konnten bei 3,9 Prozent der Samtpfoten Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Was Antikörper sind und wie menschliche Antikörper genesener Covid-19-Patienten anderen Erkrankten helfen sollen, erfährst du hier.

🐶 Doch auch 3,4 Prozent der Hunde hatten Antikörper gebildet - ein Hinweis auf eine überstandene Infektion.

Somit konnten die Forscher beweisen, dass sich auch Hunde mit SARS-CoV-2 infizieren können. Sie zeigten allerdings in der Vergangenheit kaum Symptome, im Gegensatz zu Katzen, die wie Menschen mit Atemwegsbeschwerden und Durchfällen zu kämpfen hatten.

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass sich Nutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel) mit dem Corona-Virus infizieren können.

Übertragen verläuft von Mensch aufs Tier

Die Forscher gehen davon aus, dass die Übertragung des Virus vom Mensch aufs Tier erfolgt - und nicht umgekehrt. Das vermuteten auch schon deutsche Experten.

Die Stichprobe muss nun noch von anderen Wissenschaftlern überprüft werden.

Katze läuft über geschlossen Markt


Keine Panik: Gilt nicht nur auf diesem Lebensmittelmarkt in Tel Aviv, sondern auch für den Umgang mit Haustieren.
© Oded Balilty/AP/dpa

Wer trotzdem unsicher ist, kann jetzt übrigens am Institut für Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin Hund und Katz auf den Virus testen lassen. Einzige Voraussetzung: Ein Rachen-Abstrich des besten Freundes.

 

Corona-Sorge um Haustiere gerechtfertigt?

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In Zeiten von Corona haben wir nicht nur Angst um uns selbst, sondern auch um unsere Vierbeiner. Doch können sich Haustiere wirklich mit Corona infizieren oder zu Überträgern des Virus werden?

Diese Tipps gibt das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesinstitut für Tiergesundheit:

  • Keine Panik, weil: "Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen."

  • Das gilt eigentlich immer: "Unbedingt beachtet werden sollten allgemeine Hygiene-Regeln wie Händewaschen nach Kontakt mit den Tieren und die Vermeidung von sehr engem Kontakt zu den Tieren."

  • Dennoch wird geraten: "Katzen aus Quarantäne-Haushalten sollten nicht zusammen mit anderen fremden Katzen (z.B. in einer Katzenpension) untergebracht werden. Es besteht kein Grund dafür, Haustiere vorsorglich in Tierheimen abzugeben."

Friedrich-Loeffler-Institut: FAQ SARS-CoV-2/Covid-19: Welche Rolle spielen Haus- und Nutztiere?

Das solltest du dir merken

  • 🤓

    Bleib entspannt! Nur wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, sollte auf spezielle Verhaltensregeln den Vierbeinern gegenüber achten. Ansonsten gilt: Kuscheln erlaubt. Der Kontakt mit Tieren kann Menschen in der häuslichen Isolation sogar helfen, Stress zu reduzieren und Ängste abzubauen.

Veröffentlicht: 22.08.2020 / Autor: Franziska Schosser