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Corona-Impfstoff: Die wichtigsten Fragen im Überblick

Weltweit wird an unzähligen Impfstoffen geforscht. Über 40 werden bereits an Menschen getestet. Doch wann kommt der Impfstoff endlich, wie gut wird er vor Corona schützen - und wer erhält ihn als erstes?
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Corona-Impfstoff FAQ

  • ⁉️

    Wann kommt der Impfstoff?

    Aktuell rechnen Experten Anfang 2021 mit ersten Zulassungen von Corona-Impfstoffen, darunter auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Prof. Klaus Cichutek.

  • ⁉️

    An wie vielen Corona-Impfstoffen wird geforscht?

    Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) laufen mehr als 200 Corona-Impfstoff-Forschungsprojekte weltweit. 45 Impfstoffe werden bereits an Menschen getestet.

  • ⁉️

    Wer bekommt den vielleicht lebensrettenden Impfstoff als erstes?

    Die Zulassung eines Impfstoffs bedeutet nicht, dass der sofort für alle zur Verfügung steht. Er muss erst in großer Menge produziert werden. Zu Beginn werden wahrscheinlich nur die Bevölkerungsgruppen mit den höchsten Risiken wie Ältere und Schwerkranke geimpft, aber auch medizinisches Personal, das Kontakt mit Covid-19-Patienten hat. Die Regierung will bald ein Konzept vorlegen.

  • ⁉️

    Ist eine Impfpflicht in Deutschland geplant?

    Nein.

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    Wie gut wird der Impfstoff vor Corona schützen?

    Zu 20, 50 oder zu 100 Prozent? Das ist noch unklar. Gerade bei Senioren, die zur Risikogruppe gehören, könnte der Schutz schwächer ausfallen. Warum, erfährst du weiter unten.

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    Von welcher Firma wird der Impfstoff sein?

    Vorn im Rennen liegen die Impfstoffe von BioNTech und seinem Partner Pfizer, Moderna sowie AstraZeneca. Details zu ihren Studien findest du am Seiten-Ende.

  • ⁉️

    Manche Studien wurden gestoppt. Was bedeutet das?

    Erst einmal Entwarnung: Ja, es wurden Studien abgebrochen, aber nur kurzzeitig. So unterbrach AstraZeneca seine Studie, da eine Patientin mögliche Nebenwirkungen zeigte. Offenbar war aber nicht der Impfstoff die Ursache, sondern eine nicht diagnostizierte Multiple Sklerose. Ähnlich war es bei der Studie des US-Pharma-Konzerns Johnson & Johnson. Solche Vorfälle sind bei der Impfung mehrerer tausend Probanden nicht ungewöhnlich.

Würdest du dich sofort impfen lassen?

Warum schützt der Corona-Impfstoff Senioren eigentlich eventuell schlechter?

Mit zunehmendem Altem wird das Immunsystem schwächer und damit auch die Immunantwort auf eine Impfung. Bildet der Körper nach der Impfung nur wenig Antikörper gegen das Corona-Virus, ist auch die Schutzwirkung schwächer.

Infizieren sich solche Personen mit Corona, verläuft die Erkrankung aber vermutlich milder und ist schneller vorüber. Dies ist übrigens auch bei der Grippeimpfung der Fall.

Was Hoffnung macht: Der Impfstoff des britischen Pharma-Unternehmens AstraZeneca soll auch bei älteren Probanden eine robuste Immunantwort hervorgerufen haben.

Spritze in den Oberarm: Wie sinnvoll ist das?

  • 💪

    Wird der Corona-Impfstoff in den Oberarm-Muskel gespritzt, gelangt er von dort über das Blut ins Körperinnere.

  • 🦺

    Als Folge bildet der Organismus vor allem Antikörper, die die Lunge schützen. In den oberen Atemwegen sind dagegen womöglich nur wenige Antikörper.

  • 👃

    Doch die Corona-Viren gelangen über die Nase und den Mund in den Körper. Werden die Viren hier nicht gut abgewehrt, könnte man sich eventuell dennoch anstecken. Der Krankheitsverlauf wäre aber sicher milder.

So wirken Viren im Körper

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So wirken Viren im Körper

Corona, Grippe, Masern, HIV - Viren machen uns krank. Aber wie kann man sich die Erreger vorstellen - und was richten sie im Körper an? Hier erfährst du es.

Was bedeutet klinische Phase, Phase-1, Phase-2 und Phase-3-Studie?

In der klinischen Phase wird der Impfstoff an Menschen getestet. So will man herausfinden, wie gut er wirkt, welche Dosis nötig ist und ob Nebenwirkungen auftreten.

  • In Phase 1 erhält eine kleine Gruppe Freiwilliger den Impfstoff,
  • in Phase 2 sind es schon mehrere tausend Probanden und ...
  • in Phase 3 dann bis zu 20.000 oder mehr.

Erst in Phase 3 wird der Impfstoff in der Regel auch an Senioren getestet.

Welche Phasen es noch vorher und nachher gibt, kannst du hier nachlesen.

Diese Frau bekam die erste Corona-Impfung

Hier erhält Jennifer Haller als erste Person weltweit im März einen Corona-Test-Impfstoff. Entwickelt wurde er von der Firma Moderna.

Das sind die vielversprechendsten Impfstoff-Studien

mRNA-Impfstoff von BioNTech (Deutschland) und Pfizer (USA)

  • An der Studie nehmen rund 42.000 Probanden teil. 36.000 davon haben bereits ihre zweite Impfung erhalten.
  • Die Unternehmen haben angekündigt, den Zulassungsantrag in den USA bei positiven Studien-Ergebnissen Ende November einzureichen.
  • Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft, ob der Impfstoff bald zugelassen werden kann.

mRNA-Impfstoff von Moderna (USA)

  • Der Biotech-Konzern erwartet erste Zwischenergebnisse aus seiner Studie mit rund 30.000 Testpersonen im November.

Vektor-Impfstoff von AstraZeneca (Großbritannien)

  • Vor kurzem hat der AstraZeneca seine Studie mit über 30.000 Probanden nach einer kurzen Unterbrechung wieder fortgesetzt.
  • Die Ergebnisse scheinen vielversprechend: Der Impfstoff soll in einer frühen Testphase auch bei älteren Menschen eine robuste Immunantwort hervorgerufen haben, so berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf 2 Insider.
  • Der Impfstoff von AstraZenecas beruht auf einem abgeschwächten Erkältungs-Virus von Schimpansen, der gentechnisch verändert wurde, ein sogenannter Vektor-Impfstoff.
  • Auch prüft die  Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bereits eine Zulassung.

Das französische Pharma-Unternehmen Sanofi (Frankreich) und das deutsche Biotech-Unternehmen CureVac (Deutschland) sind noch nicht ganz so weit mit ihren Studien, aber auch ihre Impfstoffe haben Potenzial. CureVac will noch dieses Jahr eine Studie mit bis zu 30.000 Probanden starten.

Gute Frage zuletzt: Was ist jetzt mit den Antikörpern?

  • 5️⃣

    Laut einer neuen Studie mit mehr als 30.000 ehemaligen Covid-19-Patienten sind die für mindestens 5 Monate vor einer erneuten Infektion geschützt - auch wenn die Erkrankung mild verlief.

Veröffentlicht: 07.11.2020 / Autor: Larissa Melville