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Darum ist die Suche nach "Patient Null" so wichtig, wenn Corona neu auftritt

In Italien verbreitet sich der Coronavirus aktuell besonders stark. Über 2.o00 Menschen sind innerhalb weniger Tage erkrankt. In solch einem Fall läuft die Suche nach "Patient Null" mit Hochdruck. Warum das so wichtig ist.

Das Wichtigste zum Thema Patient Null in Italien

  • Das Coronavirus hat Italien erreicht. Über 2.000 Fälle sind bestätigt und jeden Tag werden es mehr. Über 30 Patienten sind bereits gestorben.

  • Zentrum der Epidemie ist die 15.000-Einwohner-Stadt Codogno, die rund 60 Kilometer südlich von Mailand liegt. Hier galt ein 38-Jähriger als Erst-Infizierter, doch das hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt.

  • Die ersterkrankte Person wird auch "Patient Null" - oder "Patient Zero" - genannt. Er oder sie ist die Person, von der die Ausbreitung einer Krankheit den Ausgang genommen hat. Warum die Suche nach dieser Person so wichtig ist, erfährst du hier.

Warum es so wichtig ist, Patient Null zu finden

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    Wenn die Behörden wissen, welche Person Ursprung des Virus-Ausbruches ist, können sie schneller mögliche Verdachtsfälle ausfindig machen.

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    Die betroffenen Personen können so gezielt unter Quarantäne gestellt und damit die Ausbreitung des Virus gestoppt werden. So geschah es auch bei den in Bayern infizierten Mitarbeitern der Firma Webasto.

  • 🇨🇳

    Ausgegangen war die Krankheit von einer infizierten chinesischen Webasto-Mitarbeiterin, die für einen Fortbildungskurs in Bayern war.

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    Sie hat nach ihrer Rückreise den Behörden ihre Krankheit gemeldet, so dass sie schnell als Patient Null feststand. Alle Personen, die mit ihr in Kontakt standen, konnten identifiziert werden.

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    Einige Webasto-Mitarbeiter, sowie deren Angehörige, steckten sich bei ihr an und wurden unter Quarantäne gestellt. Der Stammsitz wurde daraufhin bis Mitte Februar 2020 geschlossen, eine epidemische Ausbreitung dadurch gestoppt.

Von Patient Null zur Infektionskette: So werden Epidemien untersucht

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    Bei der Rekonstruktion der Ausbreitung untersuchen Forscher Infektionsketten. Deswegen ist es so wichtig, Patient Null zu finden - weil von ihm die Ausbreitung ausgeht.

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    Wichtig ist, wie hoch die Ansteckungswahrscheinlichkeit ist. Hier klären die Forscher, wie viele Menschen sich angesteckt haben.

  • 🤒

    Als nächstes wird die Erkrankungswahrscheinlichkeit erörtert. Wie viele angesteckte Menschen sind wirklich erkrankt?

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    Anschließend untersuchen die Forscher die Inkubationszeit, gehen also der Frage nach: Wie lange dauert es, bis Krankheitssymptome auftreten?

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    Abgeschlossen wird die Kette mit der Sterblichkeit, also der Frage, wie viele erkrankte Menschen tatsächlich gestorben sind.

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Veröffentlicht: 29.02.2020 / Autor: Benjamin Reibert