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Mundschutz in Zeiten von Corona: Das musst du jetzt wissen

Bund und Länder empfehlen dringend, in der Öffentlichkeit einen Mundschutz zu tragen. Aber welchen? Was die unterschiedlichen Masken können und wie wir sie selbst basteln, reinigen und richtig aufsetzen.

Das Wichtigste zum Thema Mundschutz

  • Eine bundesweite Maskenpflicht gibt es bislang nicht. Allerdings empfehlen Bund und Länder das Tragen von "Alltagsmasken" beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dringend. Nach einzelnen Städten wie Jena und Wolfsburg führen auch alle Bundesländer eine Maskenpflicht für den öffentlichen Raum ein.

  • Er schützt dich nicht zuverlässig vor einer Infektion. Wer aber bereits infiziert ist, kann damit andere schützen.

  • Nur ganz spezielle Masken schirmen uns sicher vor Ansteckung ab. Aber: Medizinisches Personal benötigt die aktuell wesentlich dringender!

  • Wie du dir selbst eine Maske bastelst und worauf du dabei achten solltest, erfährst du weiter unten.

Mundschutz gegen Corona - hilft das wirklich?

  • 😷

    Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz (MNS), wie ihn Ärzte tragen, liegt nicht dicht genug an, sodass es trotzdem zur Tröpfcheninfektion kommen kann.

  • 😷

    Besser sind hier FFP-Masken (mehr dazu am Ende der Seite).

  • 😷

    Ein MNS schützt vor allem Mitmenschen vor einem infizierten Träger - weil man beispielsweise beim Husten deutlich weniger Tröpfchen verteilt.

  • 😷

    Außerdem kann ein MNS gegen die sogenannte Schmierinfektion helfen - weil du dir damit nicht selbst an Mund und Nase fassen kannst.

Mundschutz: Wo er Pflicht ist – und wo nicht

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, haben verschiedene Länder bereits eine Mundschutzpflicht eingeführt. In Österreich zum Beispiel gilt sie beim Einkaufen, in Tschechien und der Slowakei muss man grundsätzlich in der Öffentlichkeit eine Schutzmaske tragen.

Bei uns empfehlen Bund und Länder das Tragen (nicht-medizinischer) Alltagsmasken in öffentlichen Räumen, in denen der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann - zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zwischen den Verkaufsregalen im Supermarkt. Als erstes Bundesland in Deutschland hat Sachsen eine Mundschutzpflicht eingeführt, die in Bussen, Bahnen und Geschäften gilt. Danach zogen alle anderen Bundesländer nach.

 

So legst du die Maske an - und wieder ab

  • 1️⃣

    Als erstes die Hände gründlich waschen.

  • 2️⃣

    Greife die Maske von außen und führe sie zum Gesicht. Befestige sie, indem du die Schlaufen hinter die Ohren ziehst. Wenn du eine Maske mit Bändern statt Schlaufen hast, befestige zuerst das obere Band am Hinterkopf.

  • 3️⃣

    Drücke den Metallbügel an den Nasenrücken, sodass die Maske dicht anliegt. Zwischen Gesicht und Maske sollten keine Lücken bleiben.

  • 4️⃣

    Ziehe die Maske an den unteren Bändern über das Kinn und befestige die unteren Bänder gut am Nacken.

  • 5️⃣

    Achte darauf, dass du die Maske beim Justieren immer nur am Rand berührst. Die Finger sollten nicht an den Stoff von Mund und Nase kommen.

  • 6️⃣

    Um die Maske abzusetzen, löst du die Bänder oder die Gummis vorsichtig. Versuche auch hier, den Stoff vorne möglichst wenig anzufassen. Danach entsorgst du den Mundschutz in einem Mülleimer mit Deckel. Wie du bei waschbaren Modellen vorgehst, erfährst du weiter unten.

  • 7️⃣

    Hände wieder gründlich waschen.

Wie war das nochmal mit der Ansteckung?

Masken machen - so easy geht’s

Zum Schutz anderer reicht schon eine DIY-Maske. Viele nähen sich selbst einen Schutz aus bunten Stoffen oder basteln welche aus Kaffeefiltern oder gewöhnlichem Küchenpapier.

In einer Studie wurden verschiedene Materialien auf ihre Filterleistung untersucht. Die Gewinner: Geschirrtücher und Staubsaugerbeutel. Deutlich schlechter filterten dagegen Kopfkissen, Leinen, Seide und Schals.

Hilft zwar nicht zuverlässig vor einer Infektion, aber gibt ein gutes Gefühl und macht Spaß: Ein Self-Made-Mundschutz.


Ist zwar kein absolut sicherer Infektionsschutz, kann aber ein gutes Gefühl geben: ein Self-Made-Mundschutz.
© picture alliance/ZUMA Press

So nähst du dir deine Atemschutzmaske selbst

Du hast dir eine Maske gebastelt? Top! Worauf du trotzdem achten solltest

  • 📏

    DIY-Masken fangen nur einen begrenzten Anteil der Tröpfchen auf, die du aushustest. Halte deswegen unbedingt immer den Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern ein.

  • 😷

    Nicht an die Maske greifen und auf keinen Fall unter die Maske ins Gesicht fassen.

  • 💦

    Wechsle deinen Self-Made-Mundschutz, wenn er feucht geworden ist oder spätestens nach 6 bis 8 Stunden. Dann ist er nämlich durchlässig für Tröpfchen.

  • Vor und nach dem Wechseln immer schön die Hände waschen.

  • 💪

    Trotz Mundschutz immer in die Armbeuge husten und niesen.

Kann man Masken wiederverwenden? Und wie reinigt man sie?

  • 😷

    Klar ist: Ohne sichere Handhabung steigt das Infektionsrisiko. In jedem Fall solltest nur du deine Maske wieder verwenden.

  • 🌊

    Du kannst deine Maske entweder nach jedem Tragen bei mindestens 60 Grad waschen ...

  • 🌡

    ... oder sie für 5 Minuten auskochen ...

  • ... oder sie im Ofen für mindestens 10 Minuten bei 80 Grad Celsius backen.

  • 🌀

    Bevor du sie wieder benutzt, muss sie vollständig getrocknet sein. Achte darauf, dass die Maske an der trockenen Luft lagert und keine Erreger auf die Innenseite gelangen können.

  • Reinige sie nicht mit Desinfektionsmitteln. Das kann ihre Funktion beeinträchtigen.

#Maskeauf

Derzeit machen viele Stars bei der Aktion #Maskeauf mit und rufen dazu auf, sich selbst eine Maske zu basteln

Du willst auf Nummer sicher gehen? Dann helfen FFP-Masken

FFP-Masken (filtering face piece) bestehen aus Filtermaterial und reduzieren infektiöse Aerosole in der eingeatmeten Luft. Damit bieten sie deutlich mehr Schutz als die normalen Masken.

Es gibt 3 Typen. Je höher die Klasse, desto besser der Schutz. Klassifiziert wird nach Durchlässigkeit.

  • FFP1 schützt vor normalem Staub in der Luft.
  • FFP2 schützt vor Nebel, Rauch und gesundheitsschädlichen Stäuben in der Luft.
  • FFP3 schützt vor giftigen, krebserregenden und radioaktiven Stoffen und Mikroorganismen (wie Bakterien, Pilzen und Viren) in der Luft. Ob sie auch zuverlässig gegen Corona-Viren schützen, ist noch nicht endgültig geklärt.
So sieht eine FFP3-Maske aus.


So sieht eine FFP3-Maske aus.
© picture alliance / MAXPPP

 

Die FFP-Masken sind - gerade in der aktuellen Situation - für medizinisches Personal gedacht und sowieso im Alltag ziemlich unangenehm zu tragen.

Veröffentlicht: 16.04.2020 / Autor: Viviane Osswald

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