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Mundschutz statt Mode: So helfen Unternehmen im Kampf gegen Corona

Mode-, Textil- und Luxusartikel-Hersteller stellen ihre Produktion um, Fast-Food-Anbieter verleihen ihre Mitarbeiter und Home-Office-Dienste sind umsonst. Ein paar Beispiele wie sich Unternehmen in der Corona-Krise engagieren.

Darum geht's

  • Firmen wie H&M, Prada, Trigema oder der Mutterkonzern von Dior und Louis Vuitton sowie Bosch stellen - um in der Corona-Krise zu helfen - jetzt ihre Produktion um.

  • Sie stellen jetzt statt Mode Schutzausrüstung oder statt Parfum Desinfektionsmittel her. Die neuen Produkte gibt es dann umsonst.

  • Ein Fast-Food-Anbieter hilft, indem er seine Angestellte an einen Supermarkt verleiht - weil sie dort dringend gebraucht werden.

  • Und Supermarkt-Ketten wiederum bezahlen ihren aktuell besonders geforderten Beschäftigen jetzt einen Bonus.

  • Und weil gerade besonders viele Menschen im Home Office arbeiten, bieten viele IT-Unternehmen ihre Lösungen dafür umsonst an.

H&M und Prada: Schutzausrüstung statt Mode

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    H&M richtet die eigenen Lieferketten zum Teil auf die Produktion von Schutzausrüstung für Krankenhäuser und Mitarbeiter des Gesundheitswesens aus.

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    CEO Helena Helmersson verkündete, dass die Produktion von Schutzbekleidung "mit sofortiger Wirkung" eingeleitet worden sei.

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    Auch Prada will künftig Schutzartikel herstellen.

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    Der Mailänder Modekonzern hat im Auftrag der Region Toskana mit der Produktion von 80.000 Arztkitteln und 110.000 Masken begonnen.

Trigema setzt auf wiederverwertbare Mundschutz-Masken

Auch einer der letzten großen Kleidungsproduzenten hierzulande hilft: Trigema hat seine Produktion teilweise auf Mund- und Nasenschutz-Masken umgestellt. Um die aktuell hohe Nachfrage zu bedienen, wird auch an Samstagen gearbeitet.

"In der nächsten Woche gehen wir auf bis zu 70.000 Stück hoch, und übernächste Woche können wir dann rund 100.000 Masken schaffen", sagte Unternehmenschef Wolfgang Grupp.

Zwar sind die Trigema-Masken nicht gerade günstig (6 Euro bei der Abnahme von 1.000 Stück), dafür sind sie aber waschbar - und können so wiederverwendet werden.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp


Trigema-Chef Wolfgang Grupp
© picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

BASF produziert Desinfektionsmittel - kostenlos

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    Der Chemie-Riese BASF hat letzte Woche damit begonnen, Krankenhäuser in der Region um seine Zentrale Ludwigshafen mit Hand-Desinfektionsmitteln zu versorgen.

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    Desinfektionsmittel stellt das Unternehmen normalerweise nicht her. Für die Produktion wurde sogar eine kleine Anlage aufgebaut

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    Die Krankenhäuser sollen die Desinfektionsmittel kostenlos erhalten. "Wir übernehmen die Kosten und versteuern auch den geldwerten Vorteil für die Kliniken", teilte das Unternehmen mit.

Desinfektionsmittel statt Parfum

Auch der französische Luxuskonzern LVMH engagiert sich. Der Mutterkonzern von Marken wie Dior und Louis Vuitton produziert für seine Labels normalerweise auch Parfums.

Nun hat das Unternehmen angekündigt, seine Kosmetikproduktion auf Hand-Desinfektionsmittel umzustellen. Diese sollen dann kostenfrei französischen Gesundheitseinrichtungen zu Gute kommen.

Verantwortlich dafür ist Bernard Arnault. Er leitet den Konzern seit 1989 und gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen wird auf circa 76 Milliarden US-Dollar geschätzt.

CEO des Luxuskonzerns: Bernard Arnault


CEO des Luxuskonzerns: Bernard Arnault
© picture alliance / AP Images

Prämien für Supermarkt-Angestellte

Sie gehören zu denjenigen, die nicht im Homeoffice arbeiten können: Supermarkt-Mitarbeiter. In Deutschland erhalten sie Applaus für ihre Arbeit, doch anderswo wird ihr Einsatz auch finanziell gewürdigt.

Die französische Supermarkt-Kette Auchan zahlt seinen Verkäufern eine Sonderprämie von 1.000 Euro. Insgesamt kostet das den Konzern nach eigenen Angaben 65 Millionen Euro.

Ein Supermarkt in Paris: Die Mitarbeiter von Auchan erhielten bereits einen Bonus


Ein Supermarkt in Paris: Die Mitarbeiter von Auchan erhielten bereits einen Bonus
© picture alliance / abaca

 

Auch der Salzburger Handelskonzern Spar lässt einiges springen - nach eigenen Angaben gut 3 Millionen Euro an die durch den ersten Kundenansturm besonders betroffenen Mitarbeitergruppen.

Bei Rewe sollen alle 40.000 Beschäftigten in den Filialen, Lagern und der Logistik in den nächsten Tagen immerhin einen "Danke-Bonus" auf ihre Mitarbeiterkarten gebucht bekommen.

McDonald's-Mitarbeiter für Aldi

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    Da viele Mitarbeiter bei McDonald's derzeit nicht benötigt werden, sollen sie helfen, den Kundenansturm bei Aldi zu bewältigen.

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    Die Unternehmen kündigten in der vergangenen Woche eine Personalpartnerschaft an.

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    Die McDonald's-Mitarbeiter können für die Krisenzeit bei Aldi zu den üblichen Konditionen befristet eingestellt werden. Anschließend können sie wieder bei McDonald's arbeiten.

Ein paar kostenlose Dienste für das Homeoffice

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    Auch IT-Firmen und Software-Anbieter zeigen sich solidarisch.

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    Sie bieten kostenlosen Support, verlängerte Testzyklen für ihre Software und Gratis-Angebote fürs Homeoffice an.

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    Für Nutzer von Googles Softwarepaket G Suite sind bis zum 1. Juli einige Premium-Features freigeschaltet. Zu ihnen gehört ein Hangout-Call mit bis zu 250 Teilnehmern.

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    Microsoft bietet Privatpersonen Teams, Word, Excel sowie Powerpoint als Webapp gratis an. Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen stellt der Software-Konzern Office-365-Pakete für mehrere Monate zur Verfügung.

  • 🖥

    Das auf Videokonferenzen spezialisierte Unternehmen "Lifesize" bietet sein Premium-Abonnement für die kommenden 6 Monate gratis an.

Veröffentlicht: 24.03.2020 / Autor: Benjamin Reibert

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