via Flickr/Oregon State University/CC BY-SA 2.0

20 bis 30 Millionen Jahre alt: Forscher finden ältestes Säugetier-Blut in einer Zecke

vor 3 Jahren

In der Dominikanischen Republik wurde eine Zecke gefunden. Eingeschlossen in einen Bernstein. Zum Glück für sie konnte sie sich vor ihrem Tod nochmal richtig mit Blut vollsaugen. Und dieses Blut ist das älteste, das jemals von einem Säugetier gefunden wurde.

Schon vor 30 Millionen Jahren haben sich Affen gegenseitig das Fell geputzt. Sie haben sich von Parasiten und Ungeziefer befreit. Und von Zecken. Sie zupften die Mitesser aus den Haaren und warfen sie weg. So ist wohl eine Zecke an einem Baum gelandet. Aber erst, nachdem sie sich so richtig mit dem Blut des Affen vollsaugen konnte.

Lange hatte die Zecke nichts davon, denn durch das abrupte Herausreißen aus dem Fell – und weil sie so vollgesaugt war – platzte ihr Körper. Währenddessen hing sie noch am Baum. Zwei kleine Löcher auf ihrem Rücken gaben das Blut frei, das kurze Zeit später mitsamt des Zeckenkörpers im Harz gefangen wurde. Für Millionen von Jahren. Es wurde zu Bernstein.

Dieser besondere Bernstein wurde kürzlich in einer Mine in der Dominikanischen Republik gefunden und befindet sich jetzt im Labor der Oregon State University in den USA. Der Biologe George Poinar Jr. und sein Team untersuchten das fossile Material. Und stießen auf eine Sensation: Die roten Blutkörperchen sind nicht nur unglaublich gut erhalten und zwischen 20 und 30 Millionen Jahre alt, sondern stammen wohl von einem Affen. Damit handelt es sich hier um das älteste je gefundene Blut eines Säugetiers – die es schon viel, viel länger gibt.

Unter dem Mikroskop kratzte Poinar Jr. vorsichtig den Bernstein weg und legte so die Zecke frei. Das durch die kleinen Löcher auf dem Rücken ausgetretene Blut wurde so hervorragend im Harz präpariert, dass er anhand von Größe und Form der Zellen schließen konnte, von welchem Tier sie stammen.

Zecke

Fossile Blutkörperchen
Gefangen im Bernstein.
© via Flickr/Oregon State University/CC BY-SA 2.0

Im Blut fand er einen weiteren Parasiten: Babesia microtiDer hat sogar bis heute überlebt. Also nicht der im Bernstein, sondern die Art an sich. Er lebt in der Zecke und kann uns Menschen mit einer Malaria-ähnlichen Krankheit infizieren.

Dass es damals schon diese Art von Parasiten gab, war bisher nicht bekannt. Mit diesem Millionen Jahre alten Fund haben wir also gleich mehrere Dinge über die Evolution von Tieren erfahren. Echt beeindruckend.

Die Zeckenzeit beginnt gerade wieder. Sie sind für uns und unsere Haustiere gefährlich. Nach dem Herauszupfen spülen wir sie oft im Klo herunter. Das solltest du auf keinen Fall tun! Und zwar darum:

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