Absurde Fluchtmethode: Diese neu entdeckte Gecko-Art macht sich nackig
Frank Glaw

Absurde Fluchtmethode: Diese neu entdeckte Gecko-Art macht sich nackig

vor 2 Jahren

Nein, nein, nein. Das ist kein rohes Hühnchen. Wirklich nicht. Und bevor das jetzt ins Lächerliche abdriftet: Wissenschaftler haben tatsächlich eine neue Gecko-Spezies entdeckt, die Schuppen hat und diese bei Gefahr abwirft.

Was übrig bleibt, ist eine nackte Eidechse, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Hähnchenbrustfilet hat. Diese neu entdeckte Unterart des Fischschuppengeckos (Geckolepis megalepis) aus Madagaskar wurde jetzt in einer Studie der LMU München beschrieben.

Wir kennen ja Eidechsen, die bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Aber dass man gleich sein ganzes Schuppenkleid zurücklässt, ist neu. Der Gecko watschelt dann einfach nackig davon und lässt seinen Feind mit einem Maul voll Schuppen zurück.

Diese Verteidigungstaktik beherrschen alle Fischschuppengeckos. Wissenschaftler haben damit natürlich ein Problem: Wollen sie einen Gecko fangen, wirft der einfach seine Schuppen ab. Deshalb gingen die ersten Biologen vor 120 Jahren mit Wattebäuschchen auf die Jagd. Heute versuchen sie eher, die Eidechsen in eine Plastiktüte mit Futter zu locken, um sie gar nicht anfassen zu müssen.

Die Identifizierung einzelner Arten ist nicht einfach: Normalerweise werden ähnliche Arten anhand ihrer Schuppen unterschieden. Farben und Muster sind relevant. Diese hier wechseln ihr Schuppenkleid so häufig, dass es sich auch optisch wandelt. Darum ist es so schwer zu bestimmen, wie viele Unterarten des Fischschuppengeckos es gibt.

Vor ein paar Jahren schon haben die deutschen Forscher deshalb DNA-Proben genommen und konnten vier Arten bestimmen. Jetzt stellte sich heraus, dass es wohl mindestens 13 sind.

Was die jetzt gefundene von den anderen unterscheidet, ist zum einen die riesige Größe der Schuppen (eine Schuppe kann bis zu sechs Millimeter groß werden). Wirft der Gecko sie ab, bleibt im Schuppenkleid auch Haut zurück. Laut den Forschern muss dieser dafür viel Kraft aufwenden. Auf dem Gecko selbst bleiben aber weder Narben und er regeneriert sich recht schnell. Nach ein paar Wochen sieht er aus wie neu – und nicht mehr wie ein rohes Hähnchen.

Studieren die Biologen den Gecko genauer, könnten sie Ergebnisse für die Medizinwelt ableiten: Denn die narbenfreie Regeneration der Gecko-Haut ließe sich vielleicht auf Menschen übertragen.

Geckos sind bekannt dafür, gut klettern zu können. Aber damit sind sie nicht die einzigen im Tierreich. Wir stellen euch die besten Kletterer vor:

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