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Ärzte entfernten fünf Kilogramm Münzen aus dem Bauch einer Schildkröte

vor 2 Jahren

Thailändische Ärzte entfernten über 900 Münzen aus dem Bauch einer Suppenschildkröte. Das Kleingeld wurde zuvor als Glücksbringer von Touristen in den Teich geworfen. Unglücklicherweise fraß das dort lebende Tier sie und geriet damit in Todesgefahr. Besonders heikel:  Die Suppenschildkröte ist stark gefährdet.

Die Suppenschildkröte „Omsin“ ist ein Stadtkind. Sie lebt in einem öffentlichen Teich mitten in Si Racha, einer Stadt in Thailand. Der kleine See ist offenbar so schön, dass sich dort auch gerne Touristen aufhalten. Die Gäste werfen immer wieder Münzen in die Brunnen und Gewässer der Stadt. Dahinter steckt ein gängiger Aberglaube: Das Kleingeld soll Glück bringen und ein langes Leben bescheren.

Für Omsin waren die Folgen leider alles andere als glücklich. Scheinbar hielt die 25-jährige Schildkrötendame die Münzen für essbar und verschlang mehr als 900 Stück.

Der riesige Haufen in ihrem Magen war schließlich so schwer, dass er von innen auf den Panzer drückte. Der gab unter dem Gewicht nach und brach auf. Dadurch war der Bauch des Tieres so ungeschützt, dass er sich entzündete und Bank an den Rand des Todes brachte.

Die starken Schmerzen machten der Suppenschildkröte sichtbar zu schaffen. Sie schwamm mit auffällig ungleichmäßigen Bewegungen. Ganz klar stimmte mit der gequält wirkenden Omsin irgendetwas nicht.

Schnell brachten Mitarbeiter der Marine die Schildkröte zum Tierarzt. Dort wurde sofort ein 3D-Scan durchgeführt. Das schockierende Ergebnis: Der Magen Omsins war voller Münzen und Fischhaken.

Schnellstmöglich bereiteten die Ärzte eine Operation vor. Schließlich ist Omsin eine Suppenschildkröte. Diese Art ist auf der Roten Liste der World Conservation Union (IUCN) als stark gefährdet eingeordnet. Daher ist es umso wichtiger, die noch vorhandenen Exemplare zu schützen.

Die Ärzte legten sich also richtig ins Zeug: In einer vierstündigen Operation entfernten sie durch einen kleinen Schnitt den angesammelten Unrat. Zum gefährlichen Mageninhalt gehörten mehr als 900 Münzen, die insgesamt ganze fünf Kilogramm auf die Waage brachten. Das entspricht etwa zehn Prozent des Gewichts der Schildkröte. Auch zwei Fischhaken hatte Omsin geschluckt.

Nach der OP wurde sie zu ihrem eigenen Schutz erst einmal auf Diät gesetzt. Damit erreicht sie hoffentlich noch das durchschnittliche Alter ihrer Art und wird stolze achtzig Jahre alt. Ihren Namen erhielt sie übrigens erst nach diesem Abenteuer. Der bedeutet übersetzt nämlich „Bank“.

Wie außergewöhnlich Schildkröten sein können, zeigt uns auch dieses ungleiche Pärchen. Seit 19 Jahren verbindet die beiden eine beeindruckende Freundschaft zwischen Mensch und Tier:

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