Das steckt hinter der blauen Lava des Kilauea-Vulkans
via YouTube, eppixadventures.com

Darum leuchtet die Lava des Kīlauea-Vulkans auf Hawaii bläulich

vor 7 Monaten

Ein Vulkan auf Hawaii spuckt seit Jahrzehnten Lava. Das Spektakuläre daran: Zu einer bestimmten Tageszeit leuchtet das Lava in Blautönen. Wir zeigen, wie das aussieht und erklären, welches spannende physikalische Phänomen dahinter steckt.

Der Kīlauea ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Erst kürzlich hielt er uns in Atem, weil riesige Landmassen in den Ozean gestürzt sind. Seit einem Ausbruch im Jahre 1983 fließt kontinuierlich Lava aus ihm heraus. Die zähe Masse schimmert in verschiedensten Farbtönen von Orange bis Rot. Doch an manchen Tagen geschieht etwas Erstaunliches mit der Lava. An den etwas kühleren Stellen beginnt sie, Grau-Blau zu werden.

Diese optische Täuschung haben wir uns genauer angesehen. Doch wir sind uns bei diesem Video nicht ganz einig: Ist die Lava nun blau oder nicht? Entscheidet selbst:

Die seltsame Färbung gibt es nur während der sogenannten „Blauen Stunde“. Die tritt während der Dämmerung ein und ist meist kürzer als ihr Name vermuten lässt. Frühaufsteher können sie kurz vor dem Sonnenaufgang sehen. Abends erobert sie die kurze Zeitspanne zwischen dem Sonnenuntergang und der vollkommenen Dunkelheit. Den restlichen Tag über sieht der Kīlauea so aus:

Kīlauea
Aus diesem Vulkan fließt seit Jahrzehnten kontinuierlich Lava.
© via Wikimedia, G.E. Ulrich, CC BY-SA 3.0

So entsteht die blaue Färbung

Der besondere Farbton zur Blauen Stunde entsteht durch das Zusammenwirken zweier physikalischer Effekte: die Rayleigh-Streuung und die Chappuis-Absorption. Ersteres ist dafür verantwortlich, dass uns der Himmel am Tag blau erscheint. Das Licht der Sonne wird nämlich in der Atmosphäre der Erde gestreut. Übrig bleiben vor allem Sonnenstrahlen mit kurzer Wellenlänge, die wir als blau wahrnehmen.

Zusätzlich nimmt das Ozon in der Luft bestimmte Lichtwellen auf. Hier bleiben ebenfalls die blauen übrig. Das ist unter dem Namen „Chappius-Absorption“ bekannt.

Bei Sonnenuntergang geht das durch die Rayleigh-Streuung entstandene Blau verloren. Das Himmelsblau der Chappius-Absorption wird stärker. Das taucht nicht nur den Himmel, sondern auch die Landschaft in einen bläulichen Schleier. Dieser Farbton ist manchmal so intensiv, dass er viele Künstler zu Gemälden und Gedichten darüber inspirierte.

Auch der Anblick der Kīlauea-Lava während der Blauen Stunde ist außergewöhnlich. Wegen des physikalischen Zusammenspiels am Himmel scheint auch das flüssige Vulkangestein bläulich zu sein. Aber wie bei einem gewissen Kleid kann man darüber natürlich streiten.

Ist euch das noch nicht blau genug, solltet ihr einen Blick auf den Vulkan „Ijen“ in Indonesien werfen. Dessen Lava ist nämlich wirklich blau. Mehr dazu seht ihr hier:

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