Das ist die traurige Wahrheit hinter dem viralen Tiger-Video
via YouTube/ABC News

Das ist die traurige Wahrheit hinter dem viralen Tiger-Video

vor 1 Jahr

Wahrscheinlich habt ihr dieses Video in den vergangenen Tagen auch schon auf eurer Timeline gesehen. Mehrere Tiger spielen im Schnee und verfolgen eine Drohne (Spoiler: für die Drohne endet das nicht gut). Doch die Wahrheit hinter dem Video ist noch viel trauriger.

Falls ihr noch nicht genau wisst, worum es geht: Das ist das Video, das mehrere Tiger im Schnee zeigt, die zunächst eine Drohne jagen und sie dann „erlegen“.

Im ersten Moment mag das wie ein Spaß für die Tiger aussehen, doch die Geschichte dahinter ist gar nicht so spaßig. Denn das sind nicht etwa wohlgenährte Tiere in der Wildnis. Das ist ziemlich unmöglich. Denn in China – von dort stammen die Aufnahmen – gibt es kaum noch wilde Tiger. Schätzungen gehen von sieben bis 20 Exemplaren aus. In ganz China. Im Gegensatz dazu gibt es etwa 5.000 bis 6.000 Tiere in Gefangenschaft.

Diese Exemplare leben im Siberian Tiger Park in der Nähe der chinesischen Stadt Harbin. Das ist eine der größten Tiger-Farmen des Landes. Hunderte solcher Großkatzen werden dort gezüchtet. Aber nicht nur, damit Touristen sich an ihnen erfreuen können. Der Park wird – laut einem Bericht von 2014 – beschuldigt, die Tiere nur zu züchten, um sie später schlachten und ihre Einzelteile verkaufen zu können.

Eine Mitarbeiterin der Environmental Investigation Agency Tigers and Wildlife Crime Campaign bekräftig auf der Seite IFLS, welchem Zweck der Park diene: Nicht der Auswilderung, sondern der Zucht für die Schlachtung.

Denn Produkte aus Tigern sind Gold wert in China. So  wird beispielsweise Wein aus Tigerknochen gemacht, der die Sexualität steigern soll. Dazu werden die Knochen für mehrere Wochen in Reiswein gelagert und mit Gewürzen „verfeinert“. Neben dem Wein sollen aus ihrem Fell Bettvorleger gemacht werden, aus ihren Zähnen Anhänger, aus ihren Krallen Schmuck.

Seit 1993 ist der Binnenhandel mit Tigern und den entsprechenden Produkten in China verboten – egal, ob aus der Wildnis oder Gefangenschaft. Zu interessieren scheint das niemanden, wie dieser Bericht der „International Union for Conservation of Nature“ beschreibt.

Traurig, dass in diesen wenigen Szenen mehr Tiger zu sehen sind, als es in ganz China in der Wildnis gibt. Da läuft irgendwas gewaltig verkehrt. Hoffen wir, dass genau diese Aufmerksamkeit hilft, dass die Verantwortlichen merken, was die damit zerstören.

Die wenigen wilden Tiger, die es noch gibt, sollten wir unbedingt schützen. Auf eine sehr ungewöhnliche Weise tut das auch eine Familie an der Ostsee. Für sie ist Tigerdame Elsa eine Art Haustier – aus gutem Grund:

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