Der älteste und seltenste Hund der Welt wurde gerade in der Wildnis wiederentdeckt
NGHWDF

Der älteste und seltenste Hund der Welt wurde gerade in der Wildnis wiederentdeckt

vor 2 Tagen

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Jahrzehntelang haben Forscher gefürchtet, der New Guinea Highland Wild Dog (HWD) wäre in der Wildnis ausgestorben. Im März hat ein Expeditionsteam jedoch eine sehr stabile – wenn auch kleine – Population gefunden. Weit abgelegen im Nirgendwo. Weit weg von Menschen.

Auf Papua-Neuguinea im Pazifik gibt es die höchste Bergregion weltweit auf einer Insel, die New Guinea Highlands. Dort – in Höhen zwischen 3.460 und 4.400 Metern – haben Wissenschaftler im September 2016 einen schlammigen Pfotenabdruck gefunden. Für die Expeditionsgruppe New Guinea Highland Wild Dog Foundation (NGHWDF) war das der Startschuss, nach dem als ausgestorben geglaubten Hund zu suchen.

Hund

Pfotenabdruck
links neben dem Schuhabdruck
© NGHWDF

Denn die HWDs gelten als eine der ältesten und frühesten Hunderassen, die es noch gibt – oder gab. Seit über einem halben Jahrhundert existierten keine bestätigten Fotos oder Aufnahmen von diesem wilden, wunderschönen Hund, der optisch an einen Dingo erinnert. Zwei Fotos von 2005 und 2012 meinten, ihn zu zeigen, aber verifiziert wurde das nie. Deshalb hatten Wissenschaftler Angst, er wäre mittlerweile ausgestorben.

Die NGHWDF machte sich also im September 2016 auf die Suche, stellte dutzende Kamerafallen auf. Und siehe da, in nur zwei Tagen wurden rund 140 Fotos der wilden Hunde aufgenommen – inklusive Weibchen, Männchen und Welpen. Insgesamt machten die Forscher etwa 15 Tiere aus, die weit abgeschieden von Menschen in den Bergen lebten. Das Team nahm Kotproben und eine DNA-Analyse bestätigte das, was es gehofft hatte: Sie fanden eine gesunde Population des HWD. In den vergangenen Jahrzehnten hatte er sich wohl nur sehr gut versteckt.

Außerdem bestätigten die Proben, dass eine enge Verwandtschaft zu den australischen Dingos und dem Neuguinea-Dingo hergestellt werden konnte – die domestizierten Varianten des HWD. Wie sich die Arten untereinander entwickelt haben, wissen Forscher noch nicht, hoffen es aber jetzt herauszufinden. Denn die Erkenntnisse geben uns Aufschlüsse über die Evolution von Hunden.

HWDs gibt es auf der Insel schon seit mindestens 6.000 Jahren. Sie kamen mit den ersten Menschen. Ob sie sich dann aber unabhängig vom Menschen weiterentwickelt haben, wird jetzt untersucht.

Für seinen nahen Verwandten, den Neuguinea-Dingo, ist sein hohes Gejaule typisch. Etwa 300 von ihnen werden weltweit gehalten; in Zoos oder als Haustiere. Noch weiß man nicht, ob der HWD ebenfalls so klingt. Falls ja, hört es sich so an:

Wenn alle Analysen abgeschlossen sind, wird in den kommenden Monaten ein Fachaufsatz über die Population des HWD erwartet. Wir sind auf die weiteren Ergebnisse gespannt.

Das Gute: Die Population ist nicht bedroht und wird sich gut weiterentwickeln können. Denn Bergbauunternehmen in der Umgebung sind angehalten, genau dieses Gebiet zu schützen und unberührt zu lassen. Dieses Jahr wird es die nächste Expedition in die abgelegene Bergkette von Papua-Neuguinea geben.

Vom ältesten und vielleicht seltensten Hund der Welt zum teuersten: Die Tibet-Dogge ist die teuerste Hunderasse. Vor allem bei Chinesen ist sie sehr beliebt. Wir zeigen euch, warum das so ist und wie viel sie kostet:

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