Der Mars wird nachts von heftigen Schneestürmen heimgesucht
Flickr / Kevin Gill

Der Mars wird nachts von heftigen Schneestürmen heimgesucht

vor 9 Monaten

Schneestürme auf dem „Feuerplaneten“: Diese unerwartete Entdeckung haben Wissenschaftler aus Paris jetzt gemacht. Offensichtlich kann es wettertechnisch nachts auf dem Mars richtig übel zugehen. Bisher galten solche explosionsartigen Eis-Böen als unwahrscheinlich. Doch die marsianischen Wolken wurden anscheinend unterschätzt.

Dass auf dem Mars grundsätzlich Schneefall möglich ist, ist erst mal nicht neu. Bereits 2008 hat der Phoenix-Lander der NASA mit Hilfe eines Lasers Schnee in einer marsianischen Wolke nachgewiesen.

Dass es dort oben allerdings eisige Schneestürme geben soll, die wie aus dem Nichts erscheinen, hielten Forscher eigentlich für unmöglich. Denn man dachte, dass sich der Schnee auf dem Mars nur als sehr langsame Ablagerung einzelner Eispartikel bilden kann.

Doch das ist nicht der Fall, wie die neuesten Erkenntnisse des Forschungsteams um den Planetenwissenschaftler Aymeric Spiga vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung in Paris (CNRS) gezeigt haben. Deren Studie, die im Wissensmagazin Geoscience veröffentlicht wurde, zeigt, dass die marsianischen Eiswolken in der Nacht explosionsartig riesige Schneeböen erzeugen können.

Wie entstehen die Stürme?

Der Grund für diese nächtlichen Eisstürme sind Turbulenzen in den marsianischen Eiswolken. Durch die unglaublich dünne Marsathmosphäre herrscht da oben eine sehr niedrige Wärmedämmung. Das heißt, dass die Temperaturen in der Nacht schlagartig auf bis zu – 73 Grad sinken können. Auf Grund dieser extremen Temperaturschwankungen entstehen sogenannte Konvektionsströmungen, durch die die Natur versucht, die Temperaturen wieder auszugleichen.

Diese gasförmigen Strömungen sind so heftig, dass sie Windgeschwindigkeiten von bis zu zehn Metern pro Sekunde erreichen können. Diese starken Winde wirbeln Gas und Eispartikel durch die Gegend – so entstehen die Schneestürme.

Jetzt stellt euch aber nicht vor, dass in der marsianischen Nacht der komplette Rote Planet von einer dicken, weißen Schneedecke überzogen ist. Denn weil auf dem Mars nur ein sehr niedriger Luftdruck herrscht, verdampfen die Schneeflocken ziemlich schnell. Abgesehen von der bergigen Tharsis-Region auf dem Mars, wo die Wolken sehr dicht über der Oberfläche hängen, gibt es kaum Stellen dort oben, an denen die Flocken überhaupt den Boden erreichen. Diese Eisflocken, die in der Atmosphäre „verpuffen“, ohne je unten anzukommen, nennt man Virgas.

Da ist also Wasser auf dem Mars. Gibt es dort dann vielleicht auch Lebenwesen? Und könnten vielleicht auch bald wir Menschen dort leben? Wir sind der Sache mal auf den Grund gegangen:

 

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