Der verrückte Plan, die Arktis neu zu vereisen, wird jetzt in der Schweiz getestet
via Flickr / Karim von Orelli / CC BY 2.0

Ein verrückter Plan, die Arktis neu einzufrieren, wird jetzt in der Schweiz getestet

vor 5 Monaten

Wir sind mitten in unserer Green Seven Woche und erklären euch unter dem Motto „Save the Ice“ sieben Tage lang alles, was ihr über die Klimaerwärmung wissen müsst. Außerdem zeigen wir euch, wie es für unsere Umwelt in den nächsten Jahren weitergeht und was getan wird, um unser ewiges Eis zu retten.

Um die Arktis zu retten, wollen Wissenschaftler dort künstlich neue Eisschichten anlagern. Jetzt wird der Plan getestet – mit über 4.000 Schneemaschinen, die einen Schweizer Gletscher retten sollen.

Wissenschaftler sind um das starke Schmelzen der arktischen Gletscher besorgt. Sie vermuten, dass die Arktis in rund 15 Jahren im Sommer komplett eisfrei sein wird. Das wollen sie ändern. Ihr Plan ist es, die Arktis künstlich neu zu vereisen. Und zwar mit windgetriebenen Pumpen, die kaltes Wasser über die Polkappe verteilen sollen. Dadurch würde das Eis um einen ganzen Meter dicker werden. Das klingt erstmal nicht nach sehr viel, macht aber einen großen Unterschied. Der Großteil des arktischen Eises ist momentan nämlich nur 1,5 Meter dick. Eine Dicke von 2,5 Metern gab es das letzte Mal vor 17 Jahren. Dabei trägt jeder zusätzliche Zentimeter sehr viel zum Schutz der unteren Eisschichten bei. Je dicker das Eis, desto beständiger.

Um herauszufinden, ob das funktionieren kann, wird diese Idee erst in der Schweiz getestet. Man hat nämlich auch dort mit dem starken Schmelzen von Eis und Schnee zu kämpfen. Der Morteratsch, einer der größten Gletscher und Wahrzeichen der Schweiz, wird jährlich rund 40 Meter kleiner. Diese Entwicklung soll aufgehalten werden. Forscher der Universität Utrecht sind sich sicher, dass 4.000 Schneemaschinen den Morteratsch nicht nur retten, sondern sogar vergrößern werden. Hier seht ihr den Eisgiganten:

Der Morteratsch
Schneemaschinen sollen den Schweizer Gletscher retten.
© via Flicker / Patrick Nouhailler / CC BY-SA 2.0

Ein erster Test dieser Methode findet nun in Graubünden statt. Dort soll zunächst ein kleinerer Gletscher namens Diavolezzafirn davor bewahrt werden, im Sommer zu schmelzen. Das liegt nicht nur den Wissenschaftler am Herzen, sondern auch den Anwohnern. Die sammelten rund 100.000 Dollar, um das Projekt zu unterstützen und den Gletscher zu retten.

Wenn alles glatt läuft, werden im nächsten Schritt auch beim viel größeren Morteratsch Schneemaschinen aufgebaut. Was die Rettung der Arktis angeht, müssen wir wohl noch länger warten. Bisherige Berechnungen zeigen: Um die gesamte heutige Eisfläche in der Arktis mit künstlichem Schnee zu besprühen, müssten 100 Millionen Wasserpumpen aufgestellt werden. Für deren Herstellung bräuchte  man allerdings Unmengen an Stahl. Dieses Problem ist vorerst noch nicht lösbar.

Die Erhaltung der Arktis ist wichtig für das Klima des gesamten Planeten. Außerdem verstecken sich unter dem Eis viele Rohstoffe. Auf diese erheben gleich mehrere Länder Anspruch. Hier erfahrt ihr in 100 Sekunden die wichtigsten Infos über den Nordpol:

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