Update: Nach blutrotem Lavastrom bricht ein Teil von Hawaii noch immer in den Ozean
USGS

Update: Nach blutrotem Lavastrom bricht ein Teil von Hawaii noch immer in den Ozean

vor 8 Monaten

Auf der größten Insel von Hawaii hat sich am Silvesterabend ein neun Hektar großes Stück Land in den Ozean verabschiedet. Die riesige Fläche war das Ergebnis eines ständigen Vulkanausbruchs. Jetzt – einen Monat später – sind die Bilder noch spektakulärer.

Update vom 06. Februar 2017:

Obwohl der Vulkanausbruch mittlerweile über einen Monat her ist, hat sich die Lage auf Hawaii noch nicht beruhigt. Ganz im Gegenteil. Ein riesiger, dicker, blutroter Lavastrom schoss die vergangenen Tage und Wochen direkt in den Ozean. Und dann ist diese gesamte Landzunge kollabiert und eingestürzt.

Aber der Reihe nach: Wie aus einem Feuerwehrschlauch strömte Lava aus dem Vulkan Kīlauea ins Wasser. Besonders, nachdem große Teile des Lavadeltas ins Meer gestürzt und der darunter liegenden flüssigen Lava Platz machten. Seitdem floss sie ungehindert auf einer Strecke von 21 Metern und mit einer Breite von zwei Metern ins Meer. Und das sieht unglaublich spektakulär aus, ist aber auch gefährlich.

Denn wenn die glühend heiße Lava auf das Salzwasser trifft werden sehr, sehr heiße Gesteinsbrocken explosionsartig in die Luft – und teilweise zurück aufs Land – geschleudert. Deshalb sollte man genügend Abstand halten. Schaut man sich die Videos an, erkennt man schnell den Grund:

Keeping the boat straight an filming!! #multitasking #hawaiianownedandoperated #iphone7 #kalapana #hot

A video posted by Captain Kainoa Hauanio (@hawaiianlavaboattours) on

Nicht nur die Farbe ist unbeschreiblich, sondern auch der Druck, mit dem die Lava hinausschießt. Und das tat sie über einen Monat lang. Auch, wenn solche Bilder und Videos in diesem Ausmaß eher selten sind, werden es wohl nicht die letzten bleiben. Denn der Vulkan brodelt schon seit 1983 vor sich hin.

1/3/17 only 1 spot the lava was active.but she was really active!!#hawaiianlavaboattours #kalapana #hot #lava #hnnsunrise

A video posted by Captain Kainoa Hauanio (@hawaiianlavaboattours) on

Aber der Lavastrom ist natürlich nicht alles. Denn den gibt es mittlerweile nicht mehr. Nicht, weil er sich beruhigt hätte, sondern weil wieder ein Stück Land in den Ozean gebrochen ist – vor vier Tagen. Und zwar genau so, dass es den ständigen Lavafluss zerstörte. Hier seht ihr genau den Moment, in dem Teile des Lavadeltas wegbrechen:

Die ansässigen Geologen sind allerdings überzeugt, dass die Lava irgendwo noch immer in den Pazifik strömt. Denn die Explosionen, wenn Lava auf Wasser trifft, gibt es noch immer. Schwarzer Sand wird durch die Luft katapultiert. Das Raunen nimmt kein Ende.

Original-Artikel vom 04. Januar 2017:

Die Insel Hawaii ist die größte der gleichnamigen Inselkette. Auf ihr gibt es den Vulkan Kīlauea, der einer der aktivsten der Erde ist. 2.000 Grad heiße Lava quillt immer wieder nach oben und fließt in Lavaströmen ab. Die münden in den Pazifik und erstarren dort. Deshalb bildet sich ein Lavadelta – ein sehr instabiles Stück Land, das aus der erkalteten Lava besteht.

Dieser Ort ist bei Touristen sehr beliebt und fünf von ihnen wären am Neujahrstag fast in den Tod gerissen worden, weil sie das Spektakel aus nächster Nähe beobachten wollten. Das Lavadelta war etwa 10,5 Hektar groß, neun davon sind jetzt in den Ozean gestürzt – inklusive der Aussichtsplattform. Es gab riesige Wellen, gigantische Aschewolken, Lavabrocken, die durch die Luft flogen und eindrucksvolle Bilder:

Der Zusammenbruch startete gegen 14 Uhr hawaiianischer Zeit am 31.12. und ging bis tief in die Nacht hinein. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass Teile des Lavadeltas kollabieren, so ein riesiges Stück ist aber noch nie zusammengebrochen – in so kurzer Zeit. Das Gebiet ist sehr instabil, die Lava bleibt auf Sand liegen und ist damit anfällig dafür, einzustürzen.

Der umliegende Nationalpark war bis vor wenigen Stunden noch geschlossen. Vulkanstücke wurden bis zu 300 Meter hoch in die Luft geschossen. Den Anwohnern und Touristen ist zum Glück nichts passiert. Fünf von ihnen schmuggelten sich hinter die Absperrung, konnten von einem Ranger aber gerade noch rechtzeitig weggeholt werden, bevor 15 Minuten später auch dieser Teil in sich zusammenbrach.

So sah es am nächsten Morgen aus. Die Lava strömt in einem Tunnel so schnell ins Meer, dass das Wasser sie nicht schnell genug kühlen kann. Deshalb kommt es zu solch spektakulären „Lava-Explosionen“:

So startet man also auf Hawaii ins neue Jahr.

Eines der berühmtesten Selfies entstand in einem Vulkan. Das ist die faszinierende Geschichte hinter dem Bild:

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