Erhöhte Gefahr: Weißes Haus veröffentlicht Notfall-Plan für Sonnensturm

vor 4 Jahren

Monatelange Stromausfälle. Kein Internet. Kein Telefon. Und Schäden in Billionenhöhe. Das hätten die Folgen eines Sonnensturms sein können, dessen elektromagnetische Wolke im Juli 2012 nur knapp die Erde verfehlte. Aber zu so einer Katastrophe könnte es jederzeit kommen. Darum wappnet sich die US-Regierung mit einem Strategiepapier für den Ernstfall. 

Auf unserer Sonne kommt es in unregelmäßigen Abständen  zu Eruptionen. Dabei werden mehrere Millionen Grad heiße Plasmaauswürfe ins All geschleudert. Sie bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit und können, wenn die Richtung stimmt, auch die Erde treffen. Dort prallen sie auf die Magnetosphäre, die Schutzhülle der Erde. Sind die Strahlen aber besonders intensiv, kann die Hülle geschwächt werden und es kommt zu einer Änderung des Erdmagnetfelds. Daher werden Sonnenstürme auch als Magnetische Stürme bezeichnet.

Wie die Sonne in Ultra-HD aussieht, könnt ihr euch übrigens in diesen spektakulären Aufnahmen der NASA anschauen.

In den meisten Fällen sind diese Stürme für uns ungefährlich. Das Auftreten von Polarlichtern ist die bekannteste Folge. Allerdings können sie Störungen und Ausfälle bei elektronischen Anlagen hervorrufen. Und da unsere Welt immer stärker von Technologien und Leitungen abhängig ist, werden auch Sonnenstürme zu einer größeren Gefahr. Bereits im Jahr 1989 kam es im kanadischen Montreal wegen eines Sonnensturms zum Blackout. Für mehrere Stunden hatten über sechs Millionen Menschen keinen Strom. Die Gefahr ist also real und laut der NASA liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sonnensturm in den nächsten zehn Jahren die Erde trifft, bei immerhin 12 Prozent.

US-Regierung wappnet sich

Aufgrund des wachsenden Risikos, hat das National Science and Technology Council der US-Regierung jetzt den National Space Weather Action Plan veröffentlicht. Dieser Plan soll helfen, eine mögliche Sonnensturm-Katastrophe zu überstehen. Das Dokument warnt hauptsächlich vor zu starker Vernetzung. Denn wenn auch nur ein Teil einer Struktur getroffen wird, kann das ganze System in die Knie gehen. Das gilt zum Beispiel für Infrastrukturen wie Telefon- und Internetverbindung .

Konkret möchten die Amerikaner außerdem Sonnenstürme besser erforschen, um ein Frühwarnsystem entwickeln zu können. Auch Wissenschaftler aus ganz Europa arbeiten derzeit für die ESA an einem eigenen Warnsystem.

Momentan kann man allerdings noch wenig tun, sollte tatsächlich ein Sonnensturm die Erde treffen. Man könnte lediglich die wichtigsten Systeme herunterfahren, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Hoffen wir also darauf, dass die 88 Prozent eintreten und uns kein Sturm trifft, bis wir besser darauf vorbereitet sind.

Sollte dennoch der Worst Case eintreten und der Strom für eine längere Zeit ausfallen, haben wir hier für euch ein paar nützliche Tipps:

 

 

 

 

 

 

 

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