Forscher entdecken riesige Tunnel, die von ausgestorbenen Wesen gegraben wurden
Heinrich Theodor Frank

Forscher entdecken riesige Tunnel, die von ausgestorbenen Wesen gegraben wurden

vor 5 Monaten

Wissenschaftler haben in Südamerika riesige Höhlen gefunden. So groß, dass sie nicht von Menschen gebaut werden konnten. Kratzspuren zeigen, dass sie von monströsen Ur-Faultieren zu stammen scheinen. Und die waren so groß wie Autos.

Die Tunnel in Brasilien sind Wissenschaftlern schon seit den 1930er Jahren bekannt. Bisher ging man aber davon aus, dass sie von Menschen geschaffen wurden. Um besser durch den Dschungel zu kommen. Und weil sie mit sehr viel Feingefühl und Präzision gebaut wurden. Sie sind zwischen 8.000 und 10.000 Jahre alt.

Höhle

© CPRM

Vor Kurzem haben Biologen darin allerdings riesige Kratzspuren gefunden, die drauf hinweisen, dass es keine Menschen waren. Sondern ein Vorfahre unseres heutigen Faultiers. Das Riesenfaultier. Dank ihm haben wir heute übrigens Avocados, aber das ist eine andere Geschichte.

Diese Tunnel werden von den Forschern in ihrer Studie „Palaeoburrows“ genannt. Bereits 2010 machte sich einer der Geologen vom Brazilian Geological Survey auf, eine von diesen unglaublich großen Höhlen genauer zu untersuchen. Damals dachte er, dass sie auf natürliche Weise entstanden wäre. Das änderte sich schnell, als er vor Ort war. Es gab keine geologische Erklärung, wie sie hätte entstehen können.

Ein anderer Geologe folgte ihm 2016. Nachdem er wusste, wonach er suchen sollte, fand er dutzende solcher Höhlen – verteilt über ganz Brasilien. Mittlerweile wurden über 1.500 von ihnen entdeckt. Es gibt kleinere mit einem Durchmesser von etwa anderthalb Metern und größere mit bis zu zwei Metern Höhe und vier Metern Breite. Bis zu einhundert Meter weit reichen sie in den Fels und die Erde. Wie ein komplexes System spalten sie sich manchmal auf. In der Decke fanden sich tiefe Rillen und Einkerbungen: Kratzspuren einer riesigen ausgestorbenen Kreatur.

Im Pleistozän (es begann vor 2,5 Millionen Jahren und reichte bis 9.660 Jahre vor Christus) gab es die Megafauna: Riesige Tiere, die durch die Wälder streiften. Auf Grund der Kratzspuren und der elliptischen Form der Tunnel waren die Forscher überzeugt, dass sie von riesigen Ur-Faultieren (die am Boden lebten) und Ur-Gürteltieren stammen. Die wurden bis zu 4,6 Meter groß und 2.500 Kilogramm schwer. Die meiste Zeit ihres Lebens haben sie wohl damit verbracht, Höhlen zu buddeln.

Warum? Vielleicht um dem Klima zu entkommen, Feinden oder der Feuchtigkeit? Dafür hätte laut der Geologen eine viel kleinere Höhle gereicht. Eine Theorie besagt, dass die Riesenfaultiere in Gemeinschaften über Jahrzehnte in den Höhlen gelebt hätten und sie nach und nach immer größer wurden. Ob da was dran ist, werden weitere Untersuchungen der Forscher zeigen müssen.

Aber die Vorstellung, dass ein Faultier – so groß wie ein Auto – zusammengerollt mit seiner Familie in einer Höhle kuschelt, ist auf jeden Fall unser Favorit.

Noch süßer als ausgestorbene Riesenfaultiere sind Faultier-Babys. Und da gibt es nichts Passenderes als unseren Besuch im Faultier-Waisenhaus in Costa Rica (Achtung, Niedlichkeitsfaktor 1.000):

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