Forscher finden zufällig 41 Schiffe auf dem Grund des Schwarzen Meeres
via University of Southhampton

Forscher finden zufällig 41 Schiffe auf dem Grund des Schwarzen Meeres

vor 2 Jahren

Stell dir vor, du bist Forscher und analysierst den Meeresboden des Schwarzen Meeres. Plötzlich stößt du auf eine Flotte mit 41 versunkenen Schiffen, die achthundert Jahre alt sind. 

Auf dem Grund des Schwarzen Meeres – in 2.212 Metern Tiefe – ist es tatsächlich schwarz. Es herrscht völlige Dunkelheit und es gibt keinen Sauerstoff. Forscher vermuteten schon lange, dass in dieser „Todeszone“ Schiffe und andere Schätze schlummern, die perfekt erhalten sind. Und sie hatten Recht.

Wissenschaftler des Black Sea Maritime Archaeology Project stießen auf 41 perfekt erhaltene Schiffe. Sie stammen aus der Zeit des Osmanischen und des Byzantinischen Reiches.

Das Byzantinische Reich begann im 3. Jahrhundert und endete im 15. Jahrhundert mit der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen. Das Schwarze Meer war sowohl für die antiken Griechen und Römer, als auch für die Byzantiner ein wichtiger Handelsweg. 1453, als die Osmanen Konstantinopel übernahmen und es Istanbul nannten, schlossen sie das Schwarze Meer für Ausländer. Erst durch den Dritten Pariser Frieden, 400 Jahre später, wurde es wieder geöffnet.

Detaillierte Funde

Eines der entdeckten Wracks war ein italienisches Handelsschiff aus dem 14. Jahrhundert. Die Archäologen fanden es in einer Tiefe von 1.100 Metern. Sogar die Ruder waren noch vollständig erhalten. Bei einem anderen Schiff aus der Zeit des Osmanischen Reiches konnte man sogar noch die Masten, das Deck und die geschnitzten Ruder erkennen.

Schwarzen Meeres

Schiff aus dem Osmanischen Reich
Schiffsmast und Ruder waren noch vollständig erhalten.
© via University of Southhampton

Schwarzen Meeres

Geschnitzte Ruder
Die Masten, das Deck und die geschnitzten Ruder sind noch gut zu erkennen.
© via University of Southhampton

Das Schwarze Meer ist 2.212 Meter tief und hat eine Fläche von etwa 436.400 km². Das ist vergleichbar mit der Fläche von Schweden. Das Besondere am Schwarzen Meer, ist sein anoxischer Meeresgrund. Anoxisch heißt komplett frei von Sauerstoff. Genau diesem sauerstofflosen Raum ist zu verdanken, dass die Schiffe so gut erhalten sind. Es ist das größte anoxische Meer der Welt.

Anoxie

Der anoxische Zustand kommt daher, da das salzarme Oberflächenwasser des Meeres wie ein Deckel auf dem dichteren, salzhaltigeren Tiefenwasser liegt. So kann kein Austausch von Sauerstoff stattfinden und in die Tiefe gelangen. Damit ist klar: Alle Organismen, die Sauerstoff benötigen, können am Meeresgrund des Schwarzen Meeres nicht existieren.

Eigentliche Mission

Schwarzen Meeres

POV
Eigentlich sollte der Meeresgrund erforscht werden.
© via University of Southhampton

Die Forscher waren eigentlich dabei, die Schichten des Meeresgrundes zu analysieren, um herauszufinden, was genau nach der Eiszeit mit dem Schwarzen Meer passierte.

Dazu verwenden sie ein sogenanntes ROV (Remotely Operated Vehicle), ein Unterwasserfahrzeug, das hochauflösende Bilder schießen, Dinge scannen kann und mit dutzenden geophysikalischen Instrumenten ausgestattet ist. Bis jetzt hat das Fahrzeug einen Weg von 1.250 Kilometern hinter sich gebracht.

Das Wetter ist Schuld

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Schiffe wegen des schlechten Wetters gesunken sind, und nicht während eines Kampfes. Das schließen sie daraus, dass alle Schiffe auf hoher See gesunken sind und nicht in Ufernähe.

Auf den Weltmeeren schwimmt ein neuer Gigant: Die „Quantum of the Seas“, das größte in Deutschland gefertigte Schiff, darf seine erste Reise antreten.

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