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Forscher haben gerade eine neue tektonische Platte entdeckt

vor 2 Jahren

Herzlich Willkommen, Nummer 57! Das ist die Anzahl der tektonischen Platten, von denen wir wissen. Wissenschaftler haben gerade eine neue entdeckt. Aber wie kann es sein, dass wir noch nicht alle kennen?

Kurz zur Erklärung, was tektonische Platten sind: Eigentlich heißen sie Lithosphärenplatten. Sie liegen auf dem oberen Erdmantel auf und bewegen sich auf ihm. Es gibt sieben große Platten, die in etwa den Kontinenten entsprechen (Europa und Asien liegen auf einer gemeinsamen Platte) – mit Ausnahme der Pazifischen Platte. Zusätzlich gibt es viele, viele kleinere, aber auch Mikroplatten, von denen viele noch unbekannt sind.

Da sich die Platten bewegen, reiben sie aneinander, manche schieben sich unter andere, wieder andere bewegen sich voneinander fort. So entstehen Erdbeben, Vulkane und auch Tsunamis. Es gibt ozeanische und kontinentale Platten. Die kontinentalen liegen sie zu einem großen Teil unter Kontinenten mit sogenannter kontinentaler Kruste. Die ozeanischen liegen unter Wasser.

Platte

Ozeanische und kontinentale Kruste
Übergang von ozeanischer und kontinentaler Kruste
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Aber zurück zu unserer neuen Platte, Nummer 57. Sie hat auch schon einen Namen: Malpelo Platte. „Gefunden“ wurde sie von Geophysikern der Rice University in Texas, die ihre Ergebnisse jetzt veröffentlicht haben. Und ja, sie zählt wohl eher zu den Mikroplatten. Auf ihr thront eine kleine Insel. Aber sie zeigt uns, wie wenig wir über unsere Welt wissen. Denn zumindest befindet sie sich nicht irgendwo im Nirgendwo, sondern direkt vor Ecuadors Küste entlang des Pazifischen Feuerrings – ein Vulkangürtel, der den Pazifik von drei Seiten umgibt.

Platte

Malpelo Platte
Die neue Platte befindet sich vor der Küste Ecuadors.
© Tuo Zhang/Rice University

Wieso hat man die Platte erst jetzt entdeckt? Das liegt tatsächlich an ihrer Größe. Denn kleinere werden häufig von der größeren, angrenzenden Platten mitbewegt. Dadurch fallen sie kaum auf. In diesem Fall wurden die Wissenschaftler aufmerksam, weil die Pazifische Platte – die an die Cocos– und die Nazca-Platte anliegt – sich ganz leicht entgegen ihrer Vorhersagen bewegt. Als die Bewegungen aller drei Platten verglichen wurden, fiel auf, dass „jemand“ sie anstupsen musste. Aber in jeglichen Karten konnte nichts in der Gegend verzeichnet werden.

Deswegen stöberten die Geophysiker durch die Datenbanken der Schallwellen-Aufzeichnungen der Columbia University. Das Ergebnis: Zwischen den Galapagos-Inseln und der Küste Ecuadors liegt ein verdächtiger ozeanischer Rücken. Das sind Gebirgsketten unter dem Meeresspiegel. Manchmal ragen Berge als Inseln aus dem Wasser. Sie entstehen meist dort, wo zwei Kontinentalplatten auseinanderdriften. Nachdem die Forscher alle Puzzleteilchen geordnet hatten, stellten sie fest: Sie hatten eine neue tektonische Platte entdeckt.

Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die Malpelo Platte nicht die einzige ist, die die anderen anstößt. Da in der Gegend muss noch eine sein, sind sich die Forscher sicher. Nur bisher haben sie keine Ahnung, wo genau. Also auf zur Suche nach Platte Nummer 58.

Immerhin kann man die Platte erkennen, da auf ihr eine Insel in die Höhe ragt. Das ist schon was Besonderes. Aber es gibt noch viel ungewöhnlichere Inseln. Hier stellen wir euch fünf von ihnen vor:

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