Forscher wollen ausgestorbenen Riesen-Tiger zurückholen
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Forscher wollen ausgestorbenen Riesen-Tiger zurückholen

vor 1 Jahr

Viele Tigerarten sind vom Aussterben bedroht. Dabei sind sie doch so tolle Großkatzen. Deshalb arbeiten Wissenschaftler gerade daran, eine bereits ausgestorbene Tigerart zurückzubringen. In die Wildnis. Und die war eine der größten Katzen überhaupt.

Bereits vergangenes Jahr gab es gute Nachrichten, als die Tiger-Population in der Wildnis zum ersten Mal seit langem wieder gestiegen war. Jetzt wollen Forscher den Kaspischen Tiger zurückholen und ihn in Zentralasien ansiedeln. Er gilt seit Mitte der 1960er Jahre als ausgestorben und war mit bis zu 136 Kilogramm eine der größten Wildkatzen der Welt. Er lebte östlich des Kaspischen Meeres, von der Türkei, über den Iran bis hin nach China.

Die vom WWF unterstützten Biologen hoffen auf eine erfolgreiche Kreuzung mit einer anderen Unterart des Tigers, dem Sibirischen Tiger. Denn der ist dem Kaspischen Tiger genetisch sehr ähnlich. Sie stammen wohl von der gleichen Überart ab.

Der Kaspische Tiger starb aus, als die Russen sich in der Region Turkestan breitmachten. Das lag nicht nur daran, dass der Lebensraum durch Besiedlung und Rodungen zerstört wurde, sondern auch, weil er gejagt wurde. Aus Spaß. Seine Hauptnahrung – wilde Schweine – starb ebenfalls in der Zeit aus; durch Krankheiten, die Jagd und Naturkatastrophen.

Analysen von 2009 zeigen, dass der in Russland beheimatete Sibirische Tiger den gleichen Vorfahren hatte wie der Kaspische Tiger. Und das ist gar nicht so lange her. Zwar gilt auch der sibirische Verwandte bereits als gefährdet, doch in den Bergregionen streift er ungehindert durch die Wildnis.

Der gemeinsame Vorfahre kam wohl vor 10.000 Jahren am Ende der Maximalphase der letzten Eiszeit von Ostchina nach Zentralasien entlang der Seidenstraße. Einige Tiere blieben in Turkestan und entwickelten sich zum Kaspischen Tiger. Die anderen zogen weiter nach Russland. Daraus wurde der Sibirische Tiger. Obwohl beide optisch unterschiedlich sind, sind sie genetisch (fast) nicht voneinander zu unterscheiden. Deshalb wollen die Biologen jetzt mit dessen Hilfe den Kaspischen Tiger zurückzüchten.

Tiger

Verbreitung des Tigers
Die Abkürzung VIR zeigt den Weg des Kaspischen Tigers.
© Driscoll CA, Yamaguchi N, Bar-Gal GK, Roca AL, Luo S, Macdonald DW, et al.

In Kasachstan wurde bereits ein möglicher Standort gefunden. Dort wäre genug Platz für einhundert Tiger in den nächsten 50 Jahren. Bisher hat das Projekt die Zustimmung der örtlichen Behörden. Natürlich muss jetzt aber erstmal Nahrung für die Großkatzen herangeschafft werden. Deshalb sollen wilde Schweine und Rehe ebenfalls in dem Gebiet angesiedelt werden.

Wenn das Projekt erfolgreich ist, können wir endlich zeigen, dass wir nicht nur in der Lage sind, Tierarten auszurotten, sondern auch, sie wieder zurückzubringen. Und wie schön wäre die Vorstellung, wenn diese anmutigen Tiere bald wieder durch die Wälder streifen könnten.

So süß Tiger aussehen, so gefährlich sind sie. Deshalb sollten sie wild bleiben. Manchmal läuft aber auch in der Natur nicht alles rund. Und da kann es passieren, dass ein Affe einen Tiger adoptiert. Das ist die schöne Geschichte dahinter:

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