Sensationeller Zufall: Forscher finden Weg, CO2 in Kraftstoff umzuwandeln
via Pixabay / CC0

Sensationeller Zufall: Forscher finden Weg, CO2 in Kraftstoff umzuwandeln

vor 2 Jahren

Kohlenstoffdioxid ist das böse Wort des Klimawandels. US-Forschern ist jetzt ganz unerwartet ein möglicher Durchbruch im Kampf gegen den Umweltkiller gelungen. Sie haben CO2 zu Ethanol umgewandelt, und zwar aus Zufall. Das könnte nicht nur ein Umdenken in der Wissenschaft zur Folge haben.

Das farb- und geruchlose Gas CO2 ist eine der Hauptursachen der Erderwärmung. In der Atmosphäre reflektiert es die Wärmestrahlung unseres blauen Planeten. Und so kommt es zum verheerenden Temperaturanstieg. Wie lässt sich dieses Problem in den Griff bekommen? Das fragen sich nicht nur Politiker und Wissenschaftler. Deshalb ist jeder neue Fortschritt im Kampf gegen den Klimawandel von großer Bedeutung. Zufällig ist den Forschern um den Chemiker Adam Rondinone eine solche Sensation geglückt.

Eigentlich hatten die Forscher geplant, eine ganzen Serie chemischer Reaktionen zur Umwandlung von CO2 zu Treibstoff durchzuführen. Womit sie nicht rechneten: Schon im ersten Schritt kam es zu dem gewünschten Endergebnis: Unerwartet schnell konnte Ethanol aus dem Treibhausgas gewonnen werden.

Die beteiligten Forscher um Adam Rondinone (hinten rechts)

Rondinone_Song_hensley_r1
Die beteiligten Forscher um Adam Rondinone (hinten rechts)
© via Oak Ridge National Laboratory/

Wie genau funktioniert das? Auf eine Siliziumoberfläche werden sogenannte Nano-Spikes aufgetragen. Dabei handelte es sich um winzige Spitzen – lediglich wenige Atome breit – aus einem Gemisch aus Kohlenstoff- und Kupferteilchen.  Diese wirken wie ein extrem effektiver Katalysator, der CO2 ohne erhebliche Verunreinigungen in Ethanol umgewandelt. Das Besondere daran: Aufwändige Zwischenschritte werden übersprungen.

Ethanol wird als Kraftstoff eingesetzt

Der Vorgang ist auch wirtschaftlich interessant, denn die benötigten Stoffe Kupfer und CO2 sind billig. Und die Sensation ist: Das Ethanol kann ohne Weiteres als Kraftstoff eingesetzt werden. Auch der Speicherung von Energie könne das Ethanol dann dienen. Wenn regenerative Energiequellen einen Überschuss produzieren, kann dieser im Kraftstoff gespeichert werden. Fehlt beispielsweise Sonnenlicht oder gewinnen Windkraftwerke nicht genug Energie, dann können die Reserven wieder freigegeben werden.

Auch Plastik kann gewonnen werden

Doch nicht nur für Autofahrer ist der Vorgang wichtig: Aus dem Ausgangsprodukt CO2 können unter anderem Handys, Taschen, T-Shirts oder Trinkflaschen hergestellt werden. Dafür ist die Umwandlung von Kohlenstoffdioxid zu Kohlenmonoxid nötig. Der Versuchsaufbau ist dabei ähnlich. Wieder kommen Nano-Spikes zum Einsatz, das CO2 wird aufgebrochen. Aus dem entstandenen Kohlenstoffmonoxid können dann Chemieprodukte oder Kunststoffe gefertigt werden.

Ganze fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes stammen von Zementwerken. Von dort oder auch von Kohlekraftwerken kann das Gas bezogen werden. Aufgrund des geringen Aufwands und der großen wirtschaftlichen Möglichkeiten ist diese Methode richtungsweisend. Die Wissenschaftler wollen jetzt ihre Herangehensweise und Produktionsrate verbessern, um diese bald auch in größerem Maßstab nutzbar zu machen. Der ganze Vorgang ist also ein Musterbeispiel der Wiederverwertung: Unser CO2-Problem wird umgewandelt in lebenswichtige Energie. So entsteht ein Kreislauf, der unsere Zukunft verändern kann.

Update vom 21.10.2016:

Einige User haben uns darauf hingewiesen, dass schon seit Längerem CO2 zu Ethanol umgewandelt werden kann. Das stimmt natürlich. Neu ist in der Hauptsache der einfachere Prozess und der mögliche massenhafte Einsatz. Und damit die Möglichkeiten für die Zukunft.

Wenn ihr noch was zum Thema Abgase und Umweltverschmutzung sehen wollt: Wieso aufgemotzte Pick-Up-Trucks die Luft verpesten und trotzdem immer mehr Zuspruch in den USA finden. Das seht ihr hier:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen:

Diese Website verwendet eigene Cookies und Cookies von Dritten um die Nutzung unseres Angebotes zu analysieren, Ihr Surferlebnis zur personalisieren und Ihnen interessante Informationen zu präsentieren (Erstellung von Nutzungsprofilen). Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung solcher Cookies zu. Bitte besuchen Sie unsere Cookie Bestimmungen um mehr zu erfahren, auch dazu, wie Sie Cookies deaktivieren und der Bildung von Nutzungsprofilen widersprechen können. Datenschutzbestimmungen
OK