So warnen Pflanzen ihre Nachbarn bei Gefahr
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So warnen Pflanzen ihre Nachbarn bei Gefahr

vor 9 Monaten

Es ist ein milder Sommermorgen, die Sonne scheint und der Geruch von frisch gemähtem Gras liegt in der Luft. Hmm… Aber woher kommt eigentlich dieser Geruch? Ihr werdet es nicht glauben, aber es ist Pflanzenangst.

Harsh Bais, Botaniker an der Universität Delaware, hat zusammen mit Oberstufenschüler Connor Sweeney in einer Studie herausgefunden, dass Pflanzen bei Gefahr ihre Nachbarn warnen. Wenn sie selbst durch Insekten oder – wie in unserem Beispiel – durch den Rasenmäher verletzt werden, geben die Pflanzenblätter einen speziellen chemischen Stoff an die Luft ab. Dieser wird dann über die Blätter von den umliegenden Pflanzen aufgenommen. Durch diese Warnung wappnen sich die bisher unversehrten Pflanzen mit stärkerem Wurzelwuchs vor einem möglichen Angriff.

Herausgefunden haben die beiden das, indem sie zwei Pflanzen namens „Acker-Schmalwand“ dicht nebeneinander in eine Petrischale setzten und die Blätter der einen Pflanze mit einem Messer beschädigten – etwa so, als hätte ein Insekt die Pflanze angefressen. Was Sweeney und Bais am nächsten Tag sahen, war überraschend: Die Wurzeln der unverletzten Pflanze waren nun um einiges länger und robuster als noch am Tag zuvor. Die Wurzeln der verletzten Pflanze hingegen waren nicht schneller gewachsen als gewöhnlich. Daher lag der Schluss nahe, dass die verletzte Pflanze ihre Nachbarin vor einer drohenden Gefahr gewarnt hat.

„Die unverletzte Pflanze bringt mehr Wurzeln hervor, um mehr Nährstoffe zu hamstern und zu erwerben“, erklärt Bais. „Daher haben wir angefangen nach Verbindungen zu suchen, die das Wurzelwachstum anregen.“ Sweeney und Bais untersuchten also den Gehalt an Auxinen innerhalb der Pflanzen. Auxine sind die wichtigsten Wachstumshormone von Pflanzen. Sie wurden vermehrt in unverletzten Pflanzen festgestellt, in deren Nähe sich eine verletzte Pflanze befand. Also stand fest: Irgendwie warnen die Pflanzen ihre Nachbarn bei Gefahr. Das passiert durch chemische Stoffe, die an die Luft abgegeben werden und dann den Auxin-Gehalt der Pflanze beeinflussen.

Welche Stoffe dabei genau an die Luft abgegeben werden, können die beiden bisher aber nicht sagen. Fest steht: Der sommerliche Geruch von frisch gemähtem Gras zeigt uns eigentlich nur, wie intelligent Pflanzen sind. Und wie seltsam menschlich.

Wie unglaublich intelligent die Venusfliegenfalle ist, könnt ihr euch hier ansehen:

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